Ankommen, Stützen runter, Markise raus – und dann? Welche Regeln gelten wirklich, wenn der Wohnwagen steht? Hier ist unser ehrlicher Praxis-Guide fürs entspannte Miteinander.
Worum es in diesem Beitrag geht
Wir konzentrieren uns bezüglich der Regeln beim Camping mit dem Wohnwagen bewusst auf das Verhalten beim Campen selbst: Platzordnung, Nachtruhe, Entsorgung, Grillen, Abstände, Hunde & Co.
Außerdem geben wir einen schnellen Überblick, wie Camping außerhalb regulärer Plätze in Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien und Kroatien gehandhabt wird – kurz und ohne Paragrafen-Wirrwarr.
Inhalt
Das kleine 1×1 der Platzordnung (gilt fast überall)
Wenn der Wohnwagen steht, zählt Rücksicht – und ein paar wiederkehrende Regeln beim Camping mit dem Wohnwagen, die wir auf nahezu jedem Platz erlebt haben:
Ruhezeiten und Verhalten
Die meisten Plätze haben Mittagsruhe (oft 12–14 Uhr) und Nachtruhe (meist ab 22 Uhr). In diesen Zeiten vermeiden wir laute Musik, Hämmern, Motorenlaufen und starkes Licht. Wer später ankommt, schleicht sich leise auf den Platz, verzichtet auf langes Rangieren und klappt die Markise erst am Morgen aus.
Parzelle & Brandschutzabstände
Wir stellen den Wohnwagen so ab, dass ausreichend Abstand zu Nachbarfahrzeugen bleibt (häufig ~3 m). Absperrungen, Leinen oder Teppiche dürfen Wege nicht blockieren. Parzellen sind keine Privatgärten – aber ein respektierter Bereich. Wir laufen nicht quer über fremde Plätze.

Markise, Teppich & Bodenschutz
Viele Betreiber untersagen dichte Folienteppiche auf Rasen. Besser sind atmungsaktive Vorzeltteppiche oder Bodenschutzmatten, damit die Grasnarbe nicht leidet. Heringe sichern wir so, dass niemand stolpert. Nach Abreise entfernen wir alle Abspannleinen, Kabelbinder und Heringe restlos.
Strom & Wasser
CEE-Kabel möglichst vollständig abrollen (Stichwort Wärmeentwicklung). Y-Verteiler oder „Strom-Sharing“ nur, wenn es der Platz erlaubt. Wasser zapfen wir mit eigener Gießkanne/Schlauch, bitte nicht am Waschbecken den Abwassertank auskippen.
Grauwasser & Chemie-WC
Grauwasser gehört in dafür vorgesehene Abläufe – nie in die Hecke, nie in Bodenfugen. Die Kassette der Chemietoilette entleeren wir ausschließlich an der Chemie-WC und spülen gründlich nach oder im CamperClean-Automat. In Sanitäranlagen entsorgen wir weder Feuchttücher noch Küchenpapier.
Mülltrennung
Die meisten Plätze trennen Glas, Papier, Bio und Restmüll. Wir bringen Müll gesammelt zu den Containern – keine Beutel neben überfüllte Tonnen stellen. Leere Gas- oder Sprühdosen? Nach Vorgabe des Platzes entsorgen (manche haben eigene Sammelstellen).
Grillen & offenes Feuer
Holzkohle ist vielerorts erlaubt, offenes Feuer (Feuerschalen, Lagerfeuer, Funkenflug) oft nicht. Wind, Funken und Abstände zu Nachbarn im Blick behalten; Löschwasser griffbereit. Gas- oder Elektrogrills sind die stressfreie Lösung bei strengen Regeln oder Trockenheit.
Hunde & Kinder
Hunde sind auf den meisten Plätzen willkommen, aber Leinenpflicht und Kotbeutel sind Standard. Spiel- und Ballzonen beachten wir genauso wie Ruhebereiche. Kinder dürfen toben – nur bitte nicht durch fremde Parzellen rennen oder über Zeltleinen stolpern.
Sanitär-Etikette
Wir hinterlassen Dusch- und Spülbereiche so sauber wie vorgefunden. Haare aus dem Abfluss, Sand aus der Wanne, Spülbecken nach dem Abwasch kurz ausspülen – Kleinigkeiten, die den Ton setzen.
Abreise
Parzelle besenrein hinterlassen, nichts zurücklassen, Abfall wegbringen. Bei früher Abfahrt am Vorabend bezahlen – das vermeidet Motorlärm um 6 Uhr und Hektik am Empfang.
Do’s & Don’ts beim Camping mit dem Wohnwagen
Do’s
- Anmelden & fragen: Kurz nach Platzregeln, Ruhezeiten und Sonderzonen erkundigen (z. B. Grillwiese, Hundedusche).
- Abstände respektieren: Wohnwagen so platzieren, dass Fluchtwege frei bleiben und Nachbarn Luft haben.
- Wasser & Strom bewusst nutzen: Kabel sicher verlegen, Schlauch hygienisch verwenden, Zapfstellen sauber hinterlassen.
- Leise genießen: Musik in Zelt-/Fahrzeuglautstärke
- Teilen statt trotzen: Mal eben den Hammer verleihen oder beim Einweisen helfen – die Camping-Community lebt davon.
Don’ts
- Durch Parzellen abkürzen: Wege sind Wege – nicht die Rasenfläche der Nachbarn.
- Grauwasser in die Natur kippen: Auch „nur Seife“ schadet. Immer zu den Abläufen.
- Markise als Dauerbau: Keine „Stadt aus Stangen“ mit Stolperfallen auf dem Gemeinschaftsweg.
- Waschen am Wasserhahn: Duschköpfe und Spülwasser gehören nicht an die Trinkwasserstelle.
- Lagerfeuer auf gut Glück: Ohne ausdrückliche Erlaubnis und Brandschutz nicht entzünden.
Länder-Spezifika: Wenn wir außerhalb des Platzes stehen (kurzer Überblick)
Manchmal lockt der Parkplatz am See. Wichtig: Sobald Stützen, Keile, Markise, Stühle oder Grill im Spiel sind, werten viele Länder das als Campen – und das ist außerhalb ausgewiesener Flächen oft untersagt. Unser Kurzabriss:
Deutschland (D)
Außerhalb von Camping- oder Stellplätzen ist „Campen“ in der Regel nicht erlaubt. Eine schlichte Übernachtung zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit kann geduldet sein – aber eben ohne Camping-Setup. Sicherer (und meist schöner) sind offizielle Stell- oder Campingplätze.
Österreich (AT)
Kein einheitliches Bundesrecht. Viele Länder/Gemeinden verbieten das freie Stehen, besonders in Schutzgebieten oder beliebten Alpenregionen. Privatgrund nur mit Erlaubnis. Wer auf Nummer sicher gehen will, nutzt die dichte Campingplatz-Infrastruktur – gerade entlang der Transitachsen.
Slowenien (SLO)
Wildcampen verboten. Übernachten ist praktisch nur auf Campingplätzen erlaubt. Die Plätze sind gut organisiert; Zwischenstopps daher besser planen.
Italien (IT)
„Sosta“ (ruhiges Parken/Übernachten ohne Campingverhalten) vs. „Campeggio“ (mit Stützen/Markise/Setup). Viele Kommunen tolerieren Sosta, verbieten aber alles, was sichtbar nach Campen aussieht. Spezielle Aree di sosta sind oft die beste Lösung – klare Regeln, saubere Entsorgung.
Kroatien (HR)
Wildcampen ist streng verboten – auch auf Parkplätzen oder Privatgrund ohne Genehmigung. Campingplätze sind zahlreich, oft mit hervorragender Infrastruktur direkt an der Küste.
Unser Tipp für alle Länder: Wenn wir nicht sicher sind, ob „Stehen“ erlaubt ist, wählen wir einen offiziellen Platz. Das entspannt – uns, Nachbarn und Behörden.
Häufige Streitpunkte – und wie wir sie elegant lösen
Späte Ankunft: Vorab anrufen. Viele Plätze haben eine Nachtanreise-Zone. Wir parken ruhig, nutzen Stirnlampe statt Flutlicht und verschieben den Aufbau.
Lärmquellen: Tischkantenpolster, Gummimatte unter die Stützen, Schranktüren langsam schließen.
Gerüche: Grill nicht direkt unter des Nachbarn Fenster, Wind beachten, Asche sicher entsorgen.
Sauberkeit: Sand, Salz, Gras – einmal mit der Handfeger-Pfanne durchs Vorzelt wirkt Wunder.
Kinder & Räder: Radwege/Bahnen nutzen, keine Rennen zwischen Parzellen – die Hundeleine ist kein Slalom-Parcours.
Mini-Checkliste vor dem ersten Kaffee
- Dump-Station/Chemie-WC und Mülltrennung finden
- Ruhezeiten merken
- Parzellen-Grenzen & Rettungswege checken
- Wasserhahn, Stromsäule, graue Abläufe identifizieren
- Grillregeln und Hundezonen abklären
Fazit
Regeln beim Camping mit dem Wohnwagen sind kein Spaßverderber – sie sind der Rahmen für entspannte Tage. Wer Ruhezeiten respektiert, Abstände einhält, sauber entsorgt und Rücksicht lebt, hat auf jedem Platz schnell das Gefühl, „angekommen“ zu sein. Und weil die Details je Land und Platz variieren, fragen wir beim Check-in kurz nach – das spart Diskussionen und sorgt für gute Nachbarschaft.
Weiterstöbern auf Caravanios
- Induktionskochfeld im Wohnwagen – leise, sauber, oft die entspanntere Grill-Alternative auf strengeren Plätzen
- Weber Q1400 beim Camping (Elektrogrill) – Grillen ohne Funkenflug, wenn Holzkohle ungern gesehen ist
- AirFryer beim Camping – knusprig ohne Rauch, perfekt für späte Mahlzeiten während der Nachtruhe
- Wohnwagen-Packliste – inkl. CEE-Kabel, Bodenschutz, Vorzeltteppich & Entsorgungshelfer
FAQ: Regeln beim Camping mit dem Wohnwagen
Welche Regeln gelten beim Camping mit dem Wohnwagen auf dem Platz ganz grundsätzlich?
Meist Ruhezeiten mittags und nachts, klare Parzellengrenzen, saubere Entsorgung von Grauwasser und Toilette, Mülltrennung, Leinenpflicht für Hunde und vorsichtiger Umgang mit Grill/Feuer. Abstände zu Nachbarn (Brandschutz) unbedingt beachten.
Darf man auf dem Campingplatz überall grillen?
Nicht automatisch. Viele Plätze erlauben Gas- und Elektrogrills, beschränken Holzkohle oder untersagen offenes Feuer komplett. Wir fragen beim Check-in und halten immer Löschmittel bereit – und genügend Abstand.
Wohin mit Grauwasser und der Chemietoilette?
Grauwasser kommt in die dafür vorgesehenen Abläufe oder Entsorgungsstationen, die Kassette der Chemietoilette an die Dump-Station. Bitte nichts in die Natur oder in normale Waschbecken kippen – das ist hygienisch und ökologisch ein No-Go.
Wie verhalten wir uns bei später Anreise oder früher Abfahrt?
Leise anrollen, keine „Großbaustelle“ nach 22 Uhr. Am besten am Vorabend bezahlen und alles für die frühe Abfahrt vorbereiten. Motor nur kurz starten, Türen sanft schließen, Licht dimmen.
Gibt es feste Regeln für den Vorzeltteppich?
Viele Plätze verbieten dichte Folien auf Rasenflächen. Besser sind atmungsaktive Teppiche oder Gittermatten, die den Boden schonen. Im Zweifel fragen – und die Parzelle am Ende besenrein hinterlassen.
Wie sind die Regeln außerhalb von Campingplätzen in D/AT/SLO/IT/HR?
Deutschland ist bei der „Übernachtung ohne Camping-Setup“ teils tolerant, Österreich regelt es regional, Slowenien und Kroatien verbieten Wildcampen, Italien unterscheidet streng zwischen „Sosta“ (ohne Setup) und „Campeggio“ (mit Setup). Offizielle Plätze sind immer die stressfreie Wahl.
Was ist ein No-Go im Miteinander auf dem Platz?
Durch fremde Parzellen laufen, laute Musik während der Ruhezeiten, Grauwasser ins Beet, Hunde frei laufen lassen oder „Bauarbeiten“ am frühen Morgen. Freundlich fragen und Rücksicht nehmen löst fast alles.









