Unsere erste Wohnwagenfahrt war ein Reality-Check: zu wenig Stützlast, falsch beladen, Seitenwind. Hier zeigen wir dir, wie du genau diese Fehler vermeidest.
Wir uns einen Wohnwagen gekauft und unsere erste Ausfahrten begonnen. Voller Vorfreude und Abenteuerlust – aber leider völlig ohne Ahnung, was da eigentlich alles dazugehört.
Themen wie Stützlast, Gesamtgewicht oder Gewichtsverteilung? Nie gehört. Trotzdem sind wir mutig in unseren ersten Urlaub aufgebrochen.
Und ja – wir haben dabei einige Wohnwagen Anfängerfehler gemacht.
Inhalt
Die erste Ausfahrt – unsere Wohnwagen Anfängerfehler
Unsere Fehler bei der Beladung
Wir haben wirklich alles in den Wohnwagen geladen, was nicht bei drei auf dem Baum war. Mehrere Liter Wasser wurden ganz hinten verstaut, dazu kamen drei Fahrräder am Heckträger – also noch mehr Gewicht am äußersten Ende.

Die Folge: ein katastrophales Fahrverhalten. Über 80 km/h konnte ich nicht fahren, ohne dass der Wohnwagen gefährlich ins Schlingern geriet. Das war nicht nur unangenehm, sondern auch richtig beängstigend.
Probleme mit Wind
Und dann kam noch die Bora dazu – dieser starke Fallwind, der in Kroatien (besonders Richtung Krk) häufig auftritt. Der Wind verstärkte das unsichere Fahrverhalten nochmal drastisch.
Ich bin auf der Autobahn schließlich nur noch 40 km/h gefahren – ein Erlebnis, das ich wirklich niemandem wünsche.

Was wir nicht wussten: Bei Bora sind viele Straßen, aber auch die Krk-Brücke für Gespanne oft gesperrt. Wir hatten davon keine Ahnung und waren froh, heil anzukommen.
Verwirrung um Brückensperre
Als wir schließlich kurz vor der Krk-Brücke standen, kam die nächste Unsicherheit: Die Überkopfanzeigen waren für uns nicht eindeutig, und auch die Informationen auf der HAK-Website (kroatische Website für Verkehrsinfos) waren alles andere als klar formuliert.
Wir wussten schlichtweg nicht, ob wir mit dem Wohnwagen die Brücke passieren durften oder nicht. Aus Vorsicht sind wir also vor der Brücke rechts abgefahren – und landeten zufällig in einem kleinen Hafen.
Unser Glück
Dort fanden wir ein wirklich nettes Restaurant, in dem wir nicht nur gut gegessen haben, sondern auch in Ruhe recherchieren konnten. Nach einiger Zeit stellte sich heraus: Nur kleinere Anhänger waren wegen der Bora gesperrt – Wohnwägen durften weiterhin fahren.
Nach gut zwei Stunden „Zwangspause“ ging es dann endlich weiter – und wir konnten Krk erreichen.
Wohnwagen Anfängerfehler: Das falsche Zugfahrzeug
Laut Zulassung war alles in Ordnung – aber in der Praxis war unser Fahrzeug mit nur 122 PS und Schaltgetriebe einfach zu schwach, um den Wohnwagen zuverlässig zu ziehen.
Ein klassischer Wohnwagen Anfängerfehler. Vor allem am Berg war das Anfahren eine Qual – für das Auto und für meine Nerven. Es war die Fahrt auf der A6 in Richtung Rijeka.
Stau am Berg
Dort gerieten wir in einen Stau auf einem steilen, dreispurigen Abschnitt, kurz bevor die Fahrspuren vor einem Tunnel auf eine Spur verengt wurden. Mit unserem kleinen Mazda 3 und dem Schaltgetriebe war das eine echte Herausforderung.
Immer wieder anfahren am Berg – mit Wohnwagen im Schlepptau – brachte nicht nur das Auto, sondern auch uns ordentlich ins Schwitzen.
Es war alles andere als ein Genuss und hat uns endgültig gezeigt: Ein stärkeres Fahrzeug mit Automatikgetriebe ist einfach die bessere Wahl.
Was wir daraus gelernt haben
Inzwischen haben wir einiges verändert:
- Wir haben unser Zugfahrzeug gewechselt – von einem Mazda 3 mit 122 PS und Schaltgetriebe zu einem Seat Tarraco mit mehr Leistung (244 PS) und Automatik. Ein echter Gamechanger.
- Wir haben ein ÖAMTC-Fahrtraining absolviert, um den Umgang mit Gespann und kritischen Fahrsituationen besser zu beherrschen.
- Und wir haben sehr, sehr viel dazugelernt – durch eigene Erfahrung, YouTube-Videos und unzählige Forenbeiträge.
Was wir jetzt anders machen – ganz konkret:
✅ Wir messen vor jeder Abfahrt die Stützlast.
Beim Seat Tarraco liegt die erlaubte Stützlast bei 100 kg – Die erste Ausfahrt war mit unserem alten Mazda, da waren es nur 80 kg. Das macht einen großen Unterschied.
Die ideale Stützlast sollte möglichst nah am Maximum liegen, also rund 95–100 kg. Eine zu niedrige Stützlast (z. B. durch Hecklast) führt zu instabilem Fahrverhalten, eine zu hohe kann gefährlich für die Anhängerkupplung sein.
Unsere Herausforderung: Mit zwei E-Bikes auf der Deichsel kommen wir schnell an die 100 kg. Beim alten Fahrzeug mussten wir das mit Gegengewicht im Heck des Wohnwagens ausgleichen – was wiederum das Gesamtgewicht erhöhte und das Fahrverhalten weiter verschlechterte.
Heute planen wir gezielt und wiegen jedes Teil bei der Beladung.
✅ Weite Zusatzspiegel – unterschätzt, aber entscheidend.
Gute, großflächige Zusatz-Außenspiegel sind kein Luxus, sondern Pflicht. Man sieht sofort, ob der Wohnwagen schlingert, ob ein LKW zu nah auffährt oder ob das Gespann ruhig läuft.
Sie geben enorm viel Sicherheit – vor allem bei Seitenwind oder Überholmanövern. Die erste Ausfahrt starteten wir mit zu kleinen Spiegeln.
✅ Die Antischlingerkupplung regelmäßig prüfen.
Wir haben inzwischen auch die Reibbeläge in der Antischlingerkupplung erneuert. Die waren bereits abgenutzt – sichtbar am Verschleiß-Indikator, den viele gar nicht kennen.
Eine einfache, aber wichtige Maßnahme, die das Gespann deutlich stabiler macht – besonders bei hohen Geschwindigkeiten oder böigem Wind.
Checkliste vor der ersten Wohnwagenfahrt
Vor Abfahrt kurz durchgehen – spart Nerven, verhindert Wohnwagen Anfängerfehler und macht das Gespann spürbar ruhiger:
- Stützlast messen (nah am erlaubten Maximum).
- Schwere Teile tief & achsnah, nichts im Heck stauen.
- Reifendruck Auto/Anhänger an Beladung anpassen.
- Zusatzspiegel montieren, Sicht prüfen.
- Antischlingerkupplung: Verschleißanzeige checken.
- Ladung im Wohnwagen sichern (Schränke verriegeln).
- Wetter/Seitenwind prüfen, Alternativroute gemerkt.
- Papiere, Warndreieck, Warnwesten, Verbandskasten griffbereit.
Stützlast kurz & knackig – so gehst du vor
Die Stützlast ist die Kraft, mit der der Wohnwagen auf die Kupplung drückt. Sie steht im Fahrzeugschein/Handbuch von Auto und Deichsel.
Ziel: so nah wie möglich an der erlaubten Obergrenze bleiben. Miss die Stützlast mit einer Waage an der Kupplung oder einer speziellen Stützlastwaage.

Ist sie zu niedrig, rutscht Gewicht nach vorn (z. B. Wasserkisten unter die Bug-Sitzgruppe). Ist sie zu hoch, Gewicht nach hinten verlagern – aber niemals schweres Gepäck ganz ans Heck.
Nach jeder größeren Gewichtsänderung neu messen.
Unseren umfangreichen Guide zur Stützlast findest du in folgendem Artikel:
Beladen ohne Schlingern – die 3 Grundregeln
- Schweres nach unten und nahe an die Achse.
- Mittelschweres mittig, Leichtes nach oben.
- Nichts im Heck „aufhängen“ (Heckträger nur dosiert nutzen)
Kontrolliere, ob Schränke einrasten, und sichere lose Gegenstände. Ein zum Gewicht passender Reifendruck macht ebenso viel aus wie ein gleichmäßiger Verteilungsplan.
Wer mit Fahrrädern auf Deichsel oder Heck fährt, kalkuliert deren Gewicht in Stützlast bzw. Achslast ein.
Mehr zum beladen findest du in folgendem Artikel:
Zugfahrzeug – einfache Faustregeln
Ein kräftigeres Zugfahrzeug mit Automatik kann das Fahren enorm entspannen. Achte auf ausreichende Anhängelast, eine für dein Gespann passende Motorisierung und kurze Übersetzungen/Automatik für Berganfahren und Staus.

Praktisch: Anhängerstabilisierung, Rückfahrkamera mit Zoom auf die Kupplung und große Außenspiegel. Teste das Zusammenspiel vor einer langen Reise – ein halber Tag auf Landstraße/Autobahn zeigt schnell, ob Leistung und Kühlung passen.
Mehr zu unseren Erfahrungen mit altem und neuem Zugfahrzeug findest du in folgendem Artikel:
Warum wir diesen Blog schreiben
Die erste Ausfahrt war ein Chaos – Wir möchten euch helfen, nicht dieselben Wohnwagen Anfängerfehler zu machen wie wir. In den kommenden Beiträgen wollen wir euch zeigen, worauf ihr achten solltet – klar, ehrlich und ohne endloses Durchforsten von Videos und Kommentaren.
Denn eins ist sicher: Camping ist großartig – wenn man gut vorbereitet ist.








