Region

Campingplätze in Hauts-de-France

Campingplätze in Hauts-de-France: Opalküste mit Kreidekaps, Robbenbucht der Somme, Marschland, Backsteinstädte und Gedenkorte — Lagen, Saison und Anreise im Blick.

Überblick

Was du über Camping in Hauts-de-France wissen solltest

Hauts-de-France ist Frankreichs äußerster Norden — das Land zwischen belgischer Grenze, Ärmelkanal und dem Vorfeld von Paris, 2016 aus Nord-Pas-de-Calais und der Picardie zusammengelegt. Es ist flach bis wellig, kein Punkt erreicht 300 Meter Höhe, und Wald bedeckt nur gut ein Achtel der Fläche, überwiegend Laubwald. Das Klima ist ozeanisch, mild und wechselhaft, und der Wind gehört hier zum Alltag. Die Küste heißt Opalküste.

Am Meer wechseln sich breite Sandstrände, Wanderdünen und Kreidekliffs ab. Cap Blanc-Nez und Cap Gris-Nez stehen zusammen als „Grand Site de France" unter Schutz; von Gris-Nez sind es rund dreißig Kilometer nach England, und davor zieht der Verkehr einer der meistbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Welt vorbei. Weiter südlich öffnet sich die Baie de Somme, ein weites Gezeitenästuar mit Salzwiesen, Zugvögeln und Robbenkolonien. Landeinwärts folgen das Marschland um Saint-Omer, die Backsteinstädte Lille, Arras und Amiens, im Osten die Heckenlandschaften von Avesnois und Thiérache mit ihren Wehrkirchen und dem großen Wald von Mormal, im Süden die Schlosswälder der Oise um Chantilly, Compiègne und Pierrefonds — und ganz im Südosten, um Château-Thierry, beginnt der Champagner-Weinbau.

Dazu kommt eine Schicht, die man in dieser Region nicht übersieht: Zwischen Arras, der Somme und dem Chemin des Dames verlief die Westfront des Ersten Weltkriegs. Militärfriedhöfe, Denkmäler und Gedenkorte liegen bis heute zwischen Feldern und Dörfern und wurden 2023 gemeinsam mit belgischen Anlagen als UNESCO-Welterbe eingeschrieben. Wenige Kilometer weiter erzählt das ebenfalls welterbegeschützte Bergbaurevier mit seinen Halden und Zechensiedlungen die zweite prägende Geschichte des Nordens.

Für deutsche Camper ist die Region meistens Strecke: auf dem Weg zur Kanalüberfahrt bei Calais oder Dünkirchen, oder weiter Richtung Süden. Wer bleibt, findet die Auswahl vor allem an der Küste, im Hinterland wird sie schnell dünner und kleinteiliger. Gemessen an den großen Ferienregionen Frankreichs ist sie überschaubar — dafür sind die Wege kurz: Von einem Platz an der Opalküste erreicht man Kaps, Marschland, Lille und die Somme-Bucht jeweils als Tagesausflug.

Highlights

  • Die Deux Caps: Cap Blanc-Nez fällt 132 Meter hoch zur See ab, das flachere Cap Gris-Nez ist der England nächstgelegene Punkt der französischen Küste — bei klarem Wetter sieht man die englische Seite und den Schiffsverkehr der Straße von Dover.
  • In der Baie de Somme leben ganzjährig Kolonien von Seehunden und Kegelrobben, und das Ästuar gehört zu den wichtigen Rastplätzen für Zugvögel; beobachten lässt sich beides aus Abstand, etwa vom Vogelpark Marquenterre oder von den Salzwiesenwegen aus.
  • Das Marais audomarois bei Saint-Omer ist das einzige noch gärtnerisch bewirtschaftete Marschland Frankreichs und seit 2013 UNESCO-Biosphärenreservat — Gemüsefelder zwischen Kanälen, traditionell mit flachen Holzkähnen erreicht.
  • Die Gedenkorte des Ersten Weltkriegs zwischen Vimy, Notre-Dame-de-Lorette, den Somme-Schlachtfeldern und dem Chemin des Dames gehören seit 2023 zum UNESCO-Welterbe; sie liegen unangekündigt zwischen Feldern und Dörfern, mit Notre-Dame-de-Lorette als größtem französischem Militärfriedhof mittendrin.

Beste Reisezeit

Die Saison ist hier deutlich sommerlich geschnitten: Die meisten Plätze öffnen um Ostern und schließen im Herbst, ganzjährig geöffnete Adressen sind die Ausnahme, und im Oktober fällt schon ein guter Teil der Auswahl weg. Die angenehmsten Wochen sind Mai, Juni und September — dann sind die Strände, die Kaps und die Somme-Bucht ruhig, und das ozeanische Klima rückt die Jahreszeiten hier ohnehin näher zusammen als weiter südlich. Voll wird es in den französischen Sommerferien und an langen Wochenenden, weil die Küste gleichzeitig Naherholungsgebiet für Paris, Lille, Belgien und die Niederlande ist. Zwei Termine lohnen die Planung, im Guten wie im Schlechten: das internationale Drachenfestival in Berck in der zweiten Aprilhälfte und die Braderie de Lille am ersten Septemberwochenende, die als größter Flohmarkt Europas gilt und die ganze Metropole füllt.

Camping vor Ort

Das Schwergewicht liegt an der Küste. Von Bray-Dunes an der belgischen Grenze über Calais und die beiden Kaps bis zu den Seebädern Wissant, Wimereux, Le Touquet, Stella-Plage und Berck reihen sich Dünen- und Familienplätze, viele davon auf Wochenendgäste aus dem Großraum Paris, aus Lille und aus den Beneluxländern eingestellt: kurze Wege über die Dünen zum Strand, oft Ortskern und Promenade in Laufweite. Wer es ruhiger mag, sucht eher am Südende, rund um die Buchten von Authie und Somme bei Saint-Valery und Le Crotoy — dort ist die Landschaft Salzwiese, Watt und Vogelbeobachtung statt Strandpromenade. Im Hinterland ist Camping Etappen- und Ausflugssache: verstreute kleine Adressen in den Picardie-Dörfern, einzelne Standorte an den Oise-Wäldern, die sich gut als letzter Halt vor Paris eignen. Am dünnsten ist die Auswahl im grünen Osten, in Avesnois und Thiérache — landschaftlich der ruhigste Teil der Region, campingtechnisch aber ein Gebiet, in dem man vorab planen sollte. Seelagen gibt es praktisch nicht: Das Wasser dieser Region sind Meer, Ästuare, Flüsse und Kanäle.

Anreise & Planung

Die meisten Autobahnen sind streckenabhängig mautpflichtig (péage): Man zieht ein Ticket und zahlt bei der Abfahrt. Die Mautklasse richtet sich nach Höhe, Gewicht und Achszahl, deshalb zahlen hohe und schwere Wohnmobile deutlich mehr als ein Pkw. Immer mehr Strecken sind schrankenlos (Free-Flow) und werden binnen 72 Stunden online über das Kennzeichen bezahlt. Für die Umweltzonen (ZFE) mehrerer großer Städte ist die fahrzeuggebundene Crit'Air-Plakette Pflicht, auch für ausländische Fahrzeuge samt Wohnmobil; sie wird online bestellt, also mit etwas Vorlauf planen. Korsika ist nur per Fähre mit dem Fahrzeug erreichbar — ab Toulon, Marseille und Nizza oder von Italien aus, in der Hochsaison sind die Überfahrten oft ausgebucht. Regional kommt dazu: Die A16 wird zwischen Boulogne-sur-Mer und der belgischen Grenze staatlich betrieben und ist dort mautfrei, südlich von Boulogne Richtung Île-de-France dagegen mautpflichtig. Die Metropole Lille hat eine Umweltzone eingerichtet, die ihre Gemeinden und die durchführenden Autobahnen umfasst — die Crit'Air-Plakette gehört dort ans Fahrzeug. Nach England setzt man ab Calais oder Dünkirchen über, dazu kommt die Autoverladung des Eurotunnels bei Coquelles/Calais.

Regeln & gut zu wissen

Wildcampen („camping sauvage") ist in Frankreich stark eingeschränkt und an Stränden, Dünen und der gesamten Küste sowie in Schutzgebieten grundsätzlich verboten, mit Bußgeldern ab 135 Euro. Reines Übernachten im Fahrzeug ist dabei etwas anderes als „Camping-Verhalten" mit Tisch, Stühlen und Markise. Am einfachsten und sichersten übernachtet man auf offiziellen Plätzen, dazu zählen auch die günstigen kommunalen „campings municipaux". Im Sommer sind die beliebten Lagen früh belegt, deshalb lohnt es sich, rechtzeitig zu reservieren. An der Opalküste und in der Baie de Somme liegen große Teile des Ufers in Schutzgebieten: Die beiden Kaps Blanc-Nez und Gris-Nez sowie die Somme-Bucht sind als „Grand Site de France" ausgewiesen, dazu kommen Naturreservat, Regionaler Naturpark und Ramsar-Status. Zufahrt und Parken sind dort auf ausgewiesene Flächen gelenkt, und die Dünen sind Schutzflächen, keine Stellflächen.

Campingplätze

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Camping Campix

Hauts-de-France, Frankreich

  • Saison: Saisonbetrieb
  • 160 Stellplätze
  • Hunde erlaubt
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Camping Des Dunes

Hauts-de-France, Frankreich

  • Saison: Saisonbetrieb
  • 276 Stellplätze
  • Direkt am Meer
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FAQ

Häufige Fragen zu Camping in Hauts-de-France

Lohnt Hauts-de-France als eigenes Ziel oder ist es wirklich nur Durchfahrtsland?

Beides ist ehrlich. Die meisten deutschen Camper durchqueren die Region auf dem Weg zur Kanalüberfahrt oder weiter Richtung Süden, und dafür eignet sie sich gut, weil Küste und Picardie direkt an diesen Wegen liegen. Als Ziel trägt vor allem der Streifen zwischen den Kaps, dem Marschland bei Saint-Omer und der Baie de Somme: Küstenwandern, Radfahren auf der Vélomaritime, Vogel- und Robbenbeobachtung, dazu Lille, Arras und Amiens als Städtetage und die Gedenkstätten dazwischen. Eine bis zwei Wochen füllt das ohne Mühe.

Wie verlässlich ist das Wetter an der Opalküste?

Es ist ozeanisch und windig — mild statt heiß, wechselhaft statt planbar. Sonne ist auch im Hochsommer keine Selbstverständlichkeit, dafür sind die Extreme klein und die Schönwetterfenster verteilen sich über die ganze Saison. Der Wind ist der eigentliche Faktor: An den offenen Dünenplätzen sollte man Markise und Vorzelt im Blick behalten, und ein windgeschützter Stellplatz ist oft mehr wert als der freie Blick. Nicht ohne Grund findet in Berck jedes Frühjahr ein internationales Drachenfestival statt. Wer wandert oder radelt, kommt mit dem Wetter meist besser zurecht als jemand, der auf sieben Strandtage hofft.

Wohin in dieser Region, wenn man das Meer nicht braucht?

Nach Osten und Süden. Das Marschland um Saint-Omer lässt sich per Boot, Rad und Wanderweg erkunden. Avesnois und Thiérache sind Heckenlandschaft, Weiden und Wald — mit dem Forst von Mormal, den Wehrkirchen der Thiérache und dem Maroilles-Käse der ruhigste, ländlichste Teil der Region. In der Oise liegen die großen Wälder mit Chantilly, Senlis, Compiègne und Pierrefonds, und im Süden der Aisne, um Château-Thierry, reicht das Champagner-Weinbaugebiet bis in diese Region hinein. Rechnen sollte man damit, dass die Platzauswahl im Binnenland kleiner und kleinteiliger ist als an der Küste — vorher schauen lohnt sich hier mehr.