Region

Campingplätze in der Normandie

Die Normandie zwischen Kreidefelsen, Seine-Tal, Bocage und Cotentin: wo die Campingplätze liegen, wann die Saison passt und was am Mont-Saint-Michel gilt.

Überblick

Was du über Camping in der Normandie wissen solltest

Die Normandie zieht sich über gut sechshundert Kilometer Ärmelkanalküste hin, von Le Tréport im Nordosten bis zur Bucht des Mont-Saint-Michel im Südwesten. Als eine Region gibt es sie erst seit 2016, als Ober- und Unternormandie wieder zusammengelegt wurden — und der alte Unterschied steckt im Untergrund: Der Osten gehört zum Pariser Becken mit Kreideplateaus und dem breiten Seine-Tal, der Westen zum viel älteren Armorikanischen Massiv mit hartem Gestein, Heckenland und kurzen, eingeschnittenen Flusstälern.

Auf jedem Küstenabschnitt sieht das anders aus. Zwischen Le Havre und Le Tréport steht die Alabasterküste: rund 120 Kilometer weiße Kreidewand, stellenweise über hundert Meter hoch, die nur an schmalen Trockentälern — den valleuses — zum Wasser hin aufreißt; bei Étretat liegen die Felsentore und die freistehende Nadel, die Monet und Courbet gemalt haben. Westlich der Seinemündung wird die Küste flacher und städtischer, mit Honfleur, Trouville, Deauville und Cabourg an der Côte Fleurie. Daran schließt zwischen der Ornemündung bei Caen und dem Cotentin auf etwa achtzig Kilometern die Küste der Landung vom 6. Juni 1944 an, mit den Abschnitten Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword, den Resten des künstlichen Hafens von Arromanches, der Pointe du Hoc und den Kriegsgräberstätten von Colleville-sur-Mer, La Cambe und Bayeux. Ganz im Westen schiebt sich die Halbinsel Cotentin in den Kanal, mit dem Cap de la Hague, dem Nez de Jobourg und einer Dünenküste, hinter der Jersey liegt.

Landeinwärts trägt die Seine den Osten: Rouen liegt achtzig Kilometer flussaufwärts der Mündung, hat rund zweitausend erhaltene Fachwerkhäuser und die Kathedrale, die Monet in Serie gemalt hat; flussabwärts stehen die Mäander als ältester der vier normannischen Regionalparks unter Schutz, flussaufwärts liegt Monets Garten in Giverny. Südlich davon beginnt das Pays d'Auge: Hecken, Weiden, Fachwerkhöfe und Apfelbäume, Camembert, Livarot und Pont-l'Évêque, Cidre und Calvados, dazu die Gestüte, in denen etwa ein Drittel der französischen Rennpferde aufwächst. Und zwischen Falaise, Flers und Caen hat sich die Orne in den harten Fels gegraben: Die Suisse normande verspricht mehr Höhe, als sie hat — ihr höchster Punkt, der Mont Pinçon, bleibt unter 400 Metern —, aber die Felswände über der Rouvre, die Kletterrouten bei Clécy und einige hundert Kilometer markierter Wege sind echt.

Weil zwischen Le Tréport im Nordosten und dem Mont-Saint-Michel im Südwesten gut 250 Kilometer Luftlinie liegen, lohnt sich beim Campen eher ein Plan mit zwei oder drei Standorten als ein Basislager für alles — dafür liegen die Küstenabschnitte einfach zu weit auseinander.

Highlights

  • Bei Étretat bricht die Kreidewand der Alabasterküste in zwei Felsentore und eine freistehende Nadel auf — dieselben Formen, die Monet und Courbet gemalt haben.
  • Zwischen der Ornemündung und dem Cotentin liegen auf rund achtzig Kilometern die fünf Landungsabschnitte des 6. Juni 1944, dazu Arromanches, die Pointe du Hoc und die Kriegsgräberstätten von Colleville-sur-Mer, La Cambe und Bayeux.
  • Der Mont-Saint-Michel gehört zum Département Manche und damit zur Normandie; seit 2014 führt eine Stelzenbrücke statt eines Damms hinüber, und in der Bucht läuft der größte Tidenhub Kontinentaleuropas auf.
  • Im Pays d'Auge kommen Camembert, Livarot und Pont-l'Évêque, Cidre und Calvados aus derselben Heckenlandschaft, in der auch etwa ein Drittel der französischen Rennpferde aufwächst.

Beste Reisezeit

Die Saison läuft im Kern von April bis September. Ab April öffnet ein guter Teil der Plätze, von Juni bis September ist die Auswahl am breitesten, im Oktober schließt der Großteil wieder, und ganzjährig geöffnete Plätze sind hier die Ausnahme. Juli und August sind an der Küste die vollen Monate; Juni und September bringen fast dieselbe Auswahl bei deutlich mehr Ruhe. Das Klima ist ozeanisch geprägt, mit milden Wintern und kühlen Sommern — Regen gehört zu jeder Jahreszeit dazu, ein Hochsommer wie am Mittelmeer ist das nicht. Wer die Landungsküste zum Jahrestag am 6. Juni sehen will oder zu den großen Springtiden in der Bucht des Mont-Saint-Michel stehen möchte, reserviert besser früh.

Camping vor Ort

Die Plätze folgen der Küste, und jeder Abschnitt hat seinen eigenen Charakter. An der Alabasterküste liegt das Land oben auf dem Plateau des Pays de Caux; ans Wasser kommt man nur durch die valleuses, weshalb Plätze rund um Étretat, Yport oder Fécamp meist oberhalb oder ein Stück landeinwärts stehen und der Weg zum Strand bergab führt. An der Côte Fleurie zwischen Honfleur, Deauville und Cabourg ist es flacher und städtischer, mit Seebädern dicht hintereinander; direkt dahinter beginnt das Pays d'Auge mit Hecken, Höfen und Cidre-Landschaft, der ruhige Gegenpol zur Promenade. Im Bessin an der Landungsküste sind Standorte um Bayeux und Arromanches sinnvoll, wenn man die Gedenkorte in Ruhe abfahren und nicht als Tagesausflug absolvieren will. Der Cotentin ist der am stärksten ozeanisch geprägte Teil: Dünen, Havres und lange Strände an der Westküste um Barneville-Carteret, Cherbourg und die Kaps im Norden, dazu die Marschen des Regionalparks im Südosten. Ganz im Südwesten sammeln sich Plätze in der Bucht des Mont-Saint-Michel, weil man dort ohnehin auf dem Festland übernachtet. Wer ins Binnenland will, findet die interessantesten Lagen im unteren Seine-Tal zwischen Rouen und der Mündung und in der Suisse normande am Ornetal — dort geht es um Wandern, Klettern und Kanu statt um Meer. Wohnmobil-Service ist auf vielen Plätzen vorhanden, und die meisten nehmen Hunde.

Anreise & Planung

Die meisten Autobahnen sind streckenabhängig mautpflichtig (péage): Man zieht ein Ticket und zahlt bei der Abfahrt. Die Mautklasse richtet sich nach Höhe, Gewicht und Achszahl, deshalb zahlen hohe und schwere Wohnmobile deutlich mehr als ein Pkw. Immer mehr Strecken sind schrankenlos (Free-Flow) und werden binnen 72 Stunden online über das Kennzeichen bezahlt. Für die Umweltzonen (ZFE) mehrerer großer Städte ist die fahrzeuggebundene Crit'Air-Plakette Pflicht, auch für ausländische Fahrzeuge samt Wohnmobil; sie wird online bestellt, also mit etwas Vorlauf planen. Korsika ist nur per Fähre mit dem Fahrzeug erreichbar — ab Toulon, Marseille und Nizza oder von Italien aus, in der Hochsaison sind die Überfahrten oft ausgebucht. In der Normandie betreiben Rouen, Le Havre und Caen Umweltzonen; in der ZFE der Métropole Rouen Normandie, die 13 Gemeinden umfasst, sind Crit'Air 4, 5 und nicht klassifizierte Fahrzeuge rund um die Uhr ausgeschlossen. Wer aus England oder Irland anreist, kommt in der Region in Caen-Ouistreham, Cherbourg, Le Havre oder Dieppe an; von denselben Häfen bestehen auch Verbindungen zu den Kanalinseln.

Regeln & gut zu wissen

Wildcampen („camping sauvage") ist in Frankreich stark eingeschränkt und an Stränden, Dünen und der gesamten Küste sowie in Schutzgebieten grundsätzlich verboten, mit Bußgeldern ab 135 Euro. Reines Übernachten im Fahrzeug ist dabei etwas anderes als „Camping-Verhalten" mit Tisch, Stühlen und Markise. Am einfachsten und sichersten übernachtet man auf offiziellen Plätzen, dazu zählen auch die günstigen kommunalen „campings municipaux". Im Sommer sind die beliebten Lagen früh belegt, deshalb lohnt es sich, rechtzeitig zu reservieren. Am Mont-Saint-Michel gilt eine eigene Regelung: Gefahren wird nur bis zum Festland. Wohnmobile unter acht Metern stehen auf dem Parkplatz P8 rund 2,7 Kilometer vor dem Fels, höchstens 24 Stunden und ohne Wasser, Strom oder Sanitär; übernachten darf man dort nicht, dafür verweist das Tourismusbüro auf Campingplätze und Stellplätze in der Umgebung. Der kostenlose Pendelbus „Le Passeur" ist im Parkpreis enthalten und fährt ganzjährig; zu Fuß über die Stelzenbrücke geht es auch.

Campingplätze

Alle Campingplätze in der Normandie

61 Plätze · Seite 1 von 4

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Camping BEL SITO

Normandie, Frankreich

  • Saison: Saisonbetrieb
  • 85 Stellplätze
  • Direkt am Meer
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Camping du Golf

Normandie, Frankreich

  • Direkt am Meer
  • Hunde erlaubt
  • Restaurant/Brötchen
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Camping du Lac

Normandie, Frankreich

  • Saison: Saisonbetrieb
  • 112 Stellplätze
  • Sanitär
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FAQ

Häufige Fragen zu Camping in der Normandie

Gehört der Mont-Saint-Michel zur Normandie oder zur Bretagne — und wie kommt man mit dem Wohnmobil hin?

Zur Normandie: Der Fels ist eine eigene Gemeinde im Département Manche, und die Grenze zur Bretagne verläuft heute rund vier Kilometer weiter westlich, unabhängig vom Lauf des Couesnon — die bretonische Redensart vom „verrückten Couesnon" ändert daran nichts. Gefahren wird nur bis zum Festland: Wohnmobile unter acht Metern parken auf dem Platz P8 rund 2,7 Kilometer vor dem Mont, höchstens 24 Stunden, ohne Wasser, Strom oder Sanitär. Übernachten ist dort nicht erlaubt; das Tourismusbüro verweist dafür auf Campingplätze und Stellplätze in der Umgebung. Der kostenlose Pendelbus „Le Passeur" ist im Parkpreis enthalten, laufen kann man die Strecke über die Stelzenbrücke auch.

Lohnt sich die Normandie, wenn wir nicht wegen der Landungsstrände kommen?

Ja — sonst verpasst man sogar den größeren Teil. Die Alabasterküste bei Étretat ist eine völlig andere Landschaft als der flache Bessin, und der Cotentin mit Dünen, Kaps und Marschen wieder eine andere. Landeinwärts kommen das Seine-Tal mit Rouen und Monets Garten in Giverny dazu, das Pays d'Auge mit Bocage, Käse und Cidre und mit der Suisse normande am Ornetal sogar eine kleine Kletter- und Kanuecke. Auch die Region selbst stellt auf ihrem Tourismusportal Étretat, Honfleur, Deauville und den Mont-Saint-Michel gleichrangig neben das D-Day-Thema.

Warum liegen an der Alabasterküste so wenige Plätze direkt am Wasser?

Weil dort schlicht kein Platz dafür ist. Die Küste zwischen Le Havre und Le Tréport ist auf rund 120 Kilometern eine fast geschlossene Kreidewand von teils über hundert Metern Höhe; darüber liegt das Plateau des Pays de Caux, und ans Meer kommt man nur an den valleuses, den schmalen Trockentälern, die sich zum Wasser öffnen. Orte wie Étretat, Yport oder Fécamp sitzen genau in solchen Einschnitten. Für die Platzwahl heißt das: auf Steigung und Fußweg zum Strand achten statt auf die Luftlinie.