Region

Campingplätze in Nouvelle-Aquitaine

Campingplätze in Nouvelle-Aquitaine: Frankreichs flächengrößte Region reicht von der Dünen- und Surfküste über Bordeaux und das Périgord bis ins Baskenland.

Überblick

Was du über Camping in Nouvelle-Aquitaine wissen solltest

Nouvelle-Aquitaine ist die flächengrößte Region Frankreichs, ungefähr so groß wie Österreich und dabei deutlich dünner besiedelt als das Land im Schnitt. Sie ist auch eine der jüngsten: Erst 2016 wurden Aquitanien, das Limousin und Poitou-Charentes zu einer Verwaltungseinheit zusammengelegt. Von den Marschen nördlich von La Rochelle bis zur spanischen Grenze bei Hendaye ist es ein ganzer Reisetag, und man durchquert dabei mehrere Landschaften, die kaum etwas miteinander zu tun haben.

Das Rückgrat ist der Atlantik mit rund 720 Kilometern Küste, die unterwegs ihren Charakter wechselt. Im Norden, um La Rochelle und Rochefort, ist sie flach und zerfranst: vorgelagerte Inseln wie Ré und Oléron, Austernbänke, und landeinwärts das Marais poitevin, ein weites Marschland, dessen von Kanälen durchzogener Teil „Venise verte“ heißt. Südlich der Gironde-Mündung, die die französische Wikipedia als flächenmäßig größte Flussmündung Europas bezeichnet, wird daraus ein fast schnurgerader Strand mit Dünenkette und dahinter der Landes de Gascogne, dem größten zusammenhängenden Wald Westeuropas – im 18. und 19. Jahrhundert planmäßig mit Seekiefern aufgeforstet und deshalb so gleichförmig. In diesem Sandstreifen liegt eine Kette großer Süßwasserseen, das Bassin d'Arcachon und die Dune du Pilat, die höchste Düne Europas. Ganz im Süden wird die Küste felsiger: Biarritz gilt als Wiege des Surfens in Frankreich, Hossegor davor an der Landes-Küste als europäische Surf-Hauptstadt.

Landeinwärts hört der Sand schnell auf. Bordeaux liegt an einer Schleife der Garonne; ihr historischer Kern steht seit 2007 unter dem Namen „Port de la Lune“ auf der Welterbeliste, und ringsum zieht sich eines der größten Weinbaugebiete Frankreichs mit Dutzenden Appellationen – Saint-Émilion östlich der Stadt ist selbst Welterbe, weiter nördlich an der Charente wächst der Wein für den Cognac. Weiter östlich hat sich die Dordogne ins Kalkplateau des Périgord geschnitten, mit Burgen über den Flussschleifen, planmäßig angelegten mittelalterlichen Bastiden auf den Hügeln und den prähistorischen Fundstätten des Vézère-Tals. Der äußerste Osten gehört schon zum Massif Central: Das Limousin ist grünes, kühleres Hochland um die 500 Meter und eine der am dünnsten besiedelten Gegenden Frankreichs. Im Süden steigt das Land hinter der Baskenküste innerhalb weniger Kilometer in die Vorberge und dahinter in die Pyrenäen, deren höchster Punkt in der Region knapp unter 3.000 Metern bleibt.

Beim Camping spielt die Region ganz vorn mit – nach der französischen Tourismusstatistik verzeichnet keine andere Region des französischen Mutterlands mehr Campingübernachtungen. Das Angebot ist entsprechend dicht, verteilt sich aber sehr ungleich über die Region. Die Schwerpunkte liegen im Périgord entlang von Dordogne und Vézère und an der Küste der Charente-Maritime rund um La Rochelle, Ré, Oléron und Royan. Im Dünen- und Waldstreifen von Gironde und Landes, im Baskenland und am Pyrenäenrand ist die Auswahl trotz der realen Bedeutung dieser Landschaften kleiner, ebenso im Limousin und im Poitou; dort liegen die Plätze auch weiter auseinander.

Highlights

  • Die Dune du Pilat am Eingang des Bassin d'Arcachon ist die höchste Düne Europas – und keine feste Größe: Sie wandert, und ihre Höhe ändert sich von Jahr zu Jahr.
  • Hinter der Dünenküste zwischen Gironde und Bayonne liegt der größte zusammenhängende Wald Westeuropas, überwiegend Seekiefer und im 18. und 19. Jahrhundert planmäßig auf ehemaligem Heide- und Sumpfland aufgeforstet.
  • Im Périgord reihen sich Burgen, mittelalterliche Bastiden und die prähistorischen Fundstätten des Vézère-Tals, die zum UNESCO-Welterbe zählen – bekanntestes Ziel ist Lascaux IV.
  • Bordeaux und der kleine Weinort Saint-Émilion sind beide UNESCO-Welterbe – zwei sehr unterschiedliche Seiten desselben Weinbaugebiets, und kein französisches Département erzeugt mehr AOC-Wein als die Gironde.

Beste Reisezeit

Die breiteste Auswahl gibt es von Juni bis September: Im Juni und September haben die meisten Plätze offen, im April deutlich weniger, und im Oktober schließt der Großteil wieder. Ganzjährig geöffnete Plätze sind hier die Ausnahme. Eng wird es im Juli und August, und zwar vor allem an einer Stelle – an der Küste und auf den Inseln, wo sich die Nachfrage auf einen schmalen Streifen drängt; ohne Reservierung sollte man dort im Hochsommer nicht anreisen. Mai, Juni und September sind die entspannteste Zeit und passen dank des milden Atlantikklimas für Küste, Weinland und Périgord gleichermaßen. Das Limousin und die Pyrenäentäler liegen höher und sind im Hochsommer die kühlere Alternative, im Frühjahr und Herbst dafür rauer.

Camping vor Ort

Die Küste ist der Hauptschauplatz und in sich schon dreigeteilt. Um La Rochelle, auf Ré und Oléron und um Royan geht es flach zu, mit Radwegen, Austernorten und geschützten Meerengen zwischen Inseln und Festland. Zwischen Gironde-Mündung und Bayonne besteht das Land aus Dünenkette, Kiefernwald und Seen: Man hat entweder den offenen Atlantik mit kräftiger Brandung vor sich oder einen der großen Süßwasserseen dahinter, was mit kleinen Kindern der ruhigere Kompromiss ist. Ab Biarritz wird es baskisch, mit Bergen kurz hinter dem Strand, bekannten Surfrevieren und kurzen Wegen nach Spanien. Im Binnenland sind das Périgord und das Dordogne-Tal der zweite große Raum – Plätze am Fluss, kurze Etappen zwischen Burgen, Bastiden und Höhlen, gut für Familien, die nicht jeden Tag ans Meer wollen. Das Weinland um Bordeaux und die Charente um Cognac sind eher Genuss- und Durchreisegebiete als Badeziele, und in den Landes gilt Dax als erste Thermaldestination Frankreichs. Das Limousin ist die ruhigste Ecke der Region: Hochland, Wälder, Flusstäler und wenig Betrieb, passend für Wanderer und alle, die Leere suchen. Im Baskenland und im Béarn hinter der Küste beginnt schließlich Bergcamping mit kurvigen Zufahrten, kühleren Nächten und der spanischen Grenze in Reichweite.

Anreise & Planung

Die meisten Autobahnen sind streckenabhängig mautpflichtig (péage): Man zieht ein Ticket und zahlt bei der Abfahrt. Die Mautklasse richtet sich nach Höhe, Gewicht und Achszahl, deshalb zahlen hohe und schwere Wohnmobile deutlich mehr als ein Pkw. Immer mehr Strecken sind schrankenlos (Free-Flow) und werden binnen 72 Stunden online über das Kennzeichen bezahlt. Für die Umweltzonen (ZFE) mehrerer großer Städte ist die fahrzeuggebundene Crit'Air-Plakette Pflicht, auch für ausländische Fahrzeuge samt Wohnmobil; sie wird online bestellt, also mit etwas Vorlauf planen. Korsika ist nur per Fähre mit dem Fahrzeug erreichbar — ab Toulon, Marseille und Nizza oder von Italien aus, in der Hochsaison sind die Überfahrten oft ausgebucht. In Nouvelle-Aquitaine betrifft die ZFE-Regel Bordeaux: Die Umweltzone von Bordeaux Métropole entspricht dem Gebiet innerhalb der Rocade und gilt rund um die Uhr; die Crit'Air-Plakette ist dort Pflicht, ausgeschlossen sind bislang Fahrzeuge ohne Crit'Air-Einstufung. Wer auf die Île de Ré will, fährt über eine mautpflichtige Brücke ab La Rochelle: Der Tarif ist nach Saison und Fahrzeugklasse gestaffelt und liegt für Pkw zwischen etwa vier Euro in der Nebensaison und sechzehn Euro zwischen Mitte Juni und Mitte September. Bezahlt wird bei der Hinfahrt, die Rückfahrt ist eingeschlossen — auf der Insel selbst steht keine Mautstation.

Regeln & gut zu wissen

Wildcampen („camping sauvage") ist in Frankreich stark eingeschränkt und an Stränden, Dünen und der gesamten Küste sowie in Schutzgebieten grundsätzlich verboten, mit Bußgeldern ab 135 Euro. Reines Übernachten im Fahrzeug ist dabei etwas anderes als „Camping-Verhalten" mit Tisch, Stühlen und Markise. Am einfachsten und sichersten übernachtet man auf offiziellen Plätzen, dazu zählen auch die günstigen kommunalen „campings municipaux". Im Sommer sind die beliebten Lagen früh belegt, deshalb lohnt es sich, rechtzeitig zu reservieren. In Nouvelle-Aquitaine zählen dazu das Bassin d'Arcachon mit seinem Meeresnaturpark und der Regionale Naturpark Marais poitevin.

Campingplätze

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Arena Camping

Nouvelle-Aquitaine, Frankreich

  • Saison: Saisonbetrieb
  • 135 Stellplätze
  • Direkt am Meer
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Au Bois De Calais

Nouvelle-Aquitaine, Frankreich

  • Saison: Saisonbetrieb
  • 30 Stellplätze
  • Hunde erlaubt
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Camping Bel Air

Nouvelle-Aquitaine, Frankreich

  • Saison: Saisonbetrieb
  • 63 Stellplätze
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FAQ

Häufige Fragen zu Camping in Nouvelle-Aquitaine

Wo an der Atlantikküste steht man am besten mit kleinen Kindern?

Der offene Atlantik zwischen Gironde-Mündung und Bayonne ist ein Surfstrand mit kräftiger Brandung – schön zum Anschauen, aber kein Planschwasser. Ruhiger ist es an den großen Süßwasserseen hinter der Dünenkette, im Bassin d'Arcachon und weiter nördlich in den geschützten Meerengen zwischen Festland und den Inseln Ré und Oléron.

Kostet die Fahrt auf die Île de Ré extra?

Ja. Die Brücke ab La Rochelle ist mautpflichtig, der Tarif hängt von Saison und Fahrzeugklasse ab und ist zwischen Mitte Juni und Mitte September am höchsten – für einen Pkw etwa das Vierfache des Winterpreises. Kassiert wird nur bei der Hinfahrt, die Rückfahrt ist enthalten, denn auf der Insel gibt es keine Mautstation. Für hohe oder lange Fahrzeuge kann eine teurere Klasse gelten, das lohnt sich vorher nachzusehen.

Wohin, wenn im Juli an der Küste alles belegt ist?

Die Region hat genug Ausweichräume, die im Hochsommer nicht denselben Andrang haben: das Périgord entlang von Dordogne und Vézère, die Charente um Cognac, die Ebenen des Poitou, das kühlere Hochland des Limousin und die Pyrenäentäler im Süden. Die Auswahl an Plätzen ist dort kleiner und die Wege dazwischen länger, reservieren sollte man trotzdem.