Region

Campingplätze in den Abruzzen

Campingplätze in den Abruzzen: Sandstrände im Norden, Felsbuchten an der Costa dei Trabocchi, dazu Gran Sasso, Majella und der älteste Nationalpark der Apenninen.

Überblick

Was du über Camping in den Abruzzen wissen solltest

Die Abruzzen gelten als grünste Region Italiens: Der Apennin nimmt zwei Drittel der Fläche ein, und rund ein Drittel des Landes steht unter Naturschutz. Im Gran-Sasso-Massiv erreicht der Corno Grande 2.912 Meter und ist damit der höchste Gipfel der Apenninen; in einer Nordmulde hält sich der Calderone, einer der südlichsten Gletscher Europas. An seinem Südrand breitet sich das Campo Imperatore aus, eine baumlose Karsthochebene zwischen 1.600 und 2.200 Metern, die man wegen ihrer Weite „Klein-Tibet“ nennt. Weiter südlich steht die Majella mit Schluchten, Felseremitagen und Hochflächen bis 2.500 Meter. Rund um Pescasseroli schützt der 1923 gegründete älteste Nationalpark der Apenninen etwa hundert Marsische Braunbären und rund vierzig Wölfe, im Westen kommt der Regionalpark Sirente-Velino dazu. Dazwischen liegen weite Hochtäler: das 1875 trockengelegte Fucino-Becken, heute fruchtbares Ackerland, und die Conca Peligna um Sulmona. Regionalhauptstadt ist L'Aquila, nach dem Erdbeben von 2009 noch im Wiederaufbau und italienische Kulturhauptstadt 2026; Bergdörfer wie Scanno und Pescocostanzo gehören zu den schönsten Italiens. Vorgelagert ist eine knapp 150 Kilometer lange, flache Adriaküste: im Norden lange, feinsandige Strände um Giulianova, Roseto degli Abruzzi und Pineto, im Süden die felsigere Costa dei Trabocchi mit Kiesstränden und den hölzernen Fischerstegen, nach denen sie benannt ist.

Das Campingangebot hat seinen Schwerpunkt an der Adria, und dort vor allem an der sandigen Nordküste, wo die Badeorte von Alba Adriatica bis Silvi fast ohne Lücke aufeinanderfolgen. Südlich von Pescara und Chieti wird die Küste felsiger: An der Costa dei Trabocchi verteilen sich die Plätze auf Kiesstrände und Buchten zwischen Ortona und Vasto, wo ein 42 Kilometer langer Radweg auf der alten Küstenbahn dicht am Wasser entlangführt. Im Gebirge ist die Auswahl kleiner und liegt vor allem in den Talorten des Nationalparks im Süden, rund um den Barrea-See und Pescasseroli — dort geht es um Wandern, Wildbeobachtung und Nächte auf über tausend Metern statt um Baden. Die Region ist dabei schmal: Vom Strand bis unter die Zweitausender von Gran Sasso oder Majella führt eine einzige Fahrt quer durchs Land.

Highlights

  • Gran Sasso und Campo Imperatore: Der Corno Grande ist mit 2.912 Metern der höchste Gipfel der Apenninen, unter ihm liegt eine baumlose Karsthochebene, die wegen ihrer Weite „Klein-Tibet“ heißt.
  • Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise: 1923 gegründet und damit der älteste der Apenninen — Buchenwälder, Bergseen und rund hundert Marsische Braunbären rund um Pescasseroli.
  • Costa dei Trabocchi: Kiesstrände und Felsvorsprünge zwischen Ortona und Vasto, hölzerne Fischerstege auf Pfählen über dem Wasser und ein 42 Kilometer langer Rad- und Wanderweg auf der stillgelegten Küstenbahn.
  • Majella, Hochtäler und Bergdörfer: Hinter dem zweithöchsten Apenninengipfel liegen Sulmona in der Conca Peligna sowie Scanno am Bergsee und das barocke Pescocostanzo auf 1.400 Metern.

Beste Reisezeit

Am Meer läuft die Saison vom Frühjahr bis in den Oktober, richtig voll und heiß wird es an der Nordküste im Juli und August. Im Gebirge beginnt sie später: Auf den Hochflächen und in den Parks kann bis in den Juni Schnee liegen, dafür sind Hochsommer und September dort die verlässlichsten Wandermonate. Wer im Frühjahr oder späten Herbst kommt, findet eine merklich kleinere Auswahl, und im Winter bleibt trotz der Skigebiete um Roccaraso und Ovindoli nur wenig geöffnet.

Camping vor Ort

Die Nordküste zwischen Giulianova, Roseto degli Abruzzi und Pineto ist klassisches Strandcamping: feiner Sand, Uferpromenaden und Badeorte fast in einer Reihe — sieben davon fasst man hier als „sieben Schwestern“ zusammen. Südlich von Pescara wird der Ton rauer: An der Costa dei Trabocchi bestimmen Kiesstrände, Felsvorsprünge und die alten hölzernen Fischerstege über dem Wasser das Bild, und die Via Verde führt auf der stillgelegten Küstenbahn dicht am Meer entlang. Im Gebirge ist die Auswahl kleiner und liegt vor allem in den Talorten des ältesten Nationalparks der Apenninen, rund um den Barrea-See und Pescasseroli — dort geht es um Buchenwälder, Wildbeobachtung und kühle Nächte auf über tausend Metern statt ums Baden. Nördlich und westlich davon steigt das Land noch höher: die baumlose Karsthochebene des Campo Imperatore unter dem Corno Grande, die Schluchten und Felseremitagen der Majella, dahinter die Massive des Sirente-Velino. Zwischen den Gebirgszügen öffnen sich weite Hochtäler, das trockengelegte Fucino-Becken als Ackerland und die Conca Peligna um Sulmona; an ihren Rändern hängen Bergdörfer wie Scanno am Bergsee und das barocke Pescocostanzo. Die Wege dazwischen sind kurz — rund ein Drittel der Region steht unter Naturschutz, und vom Strand bis unter die Zweitausender ist es nicht weit.

Anreise & Planung

Italiens Autobahnen sind überwiegend streckenabhängig bemautet: An der Auffahrt zieht man ein Ticket, bei der Abfahrt zahlt man nach gefahrener Strecke und Fahrzeugklasse — für Wohnmobile zählt neben der Achszahl auch die Höhe an der Vorderachse. Eine Vignette gibt es nicht. Einzelne neuere Autobahnen fahren im Free-Flow ganz ohne Mautstationen; hier bezahlt man nachträglich online oder per App. Die großen Inseln Sardinien und Sizilien erreicht man per Fähre, für die sich in der Hauptsaison eine frühe Reservierung lohnt.

Regeln & gut zu wissen

In vielen Innenstädten gelten verkehrsbeschränkte Zonen (ZTL), deren Einfahrt per Kamera überwacht wird — hineinfahren darf nur, wer berechtigt ist. In Mailand, Bologna und Palermo kommt eine City-Maut hinzu. In Norditalien gibt es zusätzlich zeitliche Umwelt-Fahrbeschränkungen; unter anderem sperren Bozen und Brixen an Werktagen ältere Diesel- und Benzinfahrzeuge aus. Wer mit dem Wohnmobil in die Städte will, parkt besser außerhalb und nutzt öffentliche Verkehrsmittel.

Campingplätze

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FAQ

Häufige Fragen zu Camping in den Abruzzen

Passen die Abruzzen eher für Strandurlaub oder für die Berge?

Für beides, nur nicht im gleichen Umfang. Am Meer ist die Auswahl an Plätzen deutlich breiter, im Gebirge kleiner und vor allem auf die Talorte des ältesten Nationalparks der Apenninen konzentriert. Weil die Region schmal ist, lassen sich Badetage und Bergtage von einem Standort aus verbinden.

Was unterscheidet die Nord- von der Südküste der Abruzzen?

Im Norden liegen lange, flache Sandstrände, an denen die Badeorte fast in einer Reihe aufeinanderfolgen. Südlich von Ortona beginnt die Costa dei Trabocchi mit Kiesstränden, Felsvorsprüngen und den hölzernen Fischerstegen, die ihr den Namen gegeben haben. Dort führt außerdem ein Radweg auf der stillgelegten Küstenbahn 42 Kilometer dicht am Wasser bis Vasto.

Bekommt man im Nationalpark Bären und Wölfe zu sehen?

Im ältesten Nationalpark der Apenninen leben rund hundert Marsische Braunbären und etwa vierzig Wölfe, dazu Abruzzengämsen und Steinadler. Die Tiere sind scheu, Begegnungen bleiben Glückssache. Wer es darauf anlegt, ist rund um Pescasseroli, Villetta Barrea und Civitella Alfedena am richtigen Ort.