Region

Campingplätze im Aostatal

Italiens kleinste Region ist fast reines Hochgebirge: vier Viertausender-Massive, der älteste Nationalpark des Landes, Walsertäler und Aosta als Römerstadt.

Überblick

Was du über Camping im Aostatal wissen solltest

Das Aostatal ist Italiens kleinste und am dünnsten besiedelte Region – und fast vollständig Hochgebirge. Alles ordnet sich um ein Haupttal: Die Dora Baltea zieht von der Felsenfestung Bard hinauf nach Courmayeur. Gerahmt wird es von vier Viertausender-Massiven, darunter der Mont Blanc als höchster Berg der Alpen und der Gran Paradiso, der einzige Viertausender, dessen Basis ganz auf italienischem Boden liegt. Die Seitentäler sind sich weniger ähnlich, als die Karte vermuten lässt. Nach Süden führen Valsavarenche, Val di Rhêmes und Cogne in den ältesten Nationalpark Italiens. Weiter talabwärts liegt das zweite große Schutzgebiet der Region, der Naturpark Mont Avic über dem Champorchertal. Im Norden endet das Valtournenche unter dem Matterhorn, daneben zweigt das Valpelline zu den Stauseen am Grenzkamm ab. Ganz im Osten steigen Ayastal und Lystal zum Monte Rosa hinauf, beide einst von Walsern besiedelt. In Gressoney und Issime sprechen Ältere bis heute deren deutschen Dialekt. Unten im Zentraltal ist es wärmer und geschichtsträchtiger: Aosta war eine römische Veteranenkolonie und zeigt das an Stadttor, Theater und Augustusbogen. Talabwärts folgen Burgen wie Fénis, Issogne und Verrès. Im oberen Tal dagegen, um Morgex und La Salle, stehen die Reben in terrassierten Steilhängen auf 900 bis 1.200 Metern – sie zählen zu den höchsten Weinbergen Europas. Nach Frankreich und in die Schweiz geht es über die beiden Sankt-Bernhard-Übergänge. Amtlich zweisprachig ist die Region ohnehin: Italienisch und Französisch stehen gleichberechtigt nebeneinander.

Gecampt wird im Tal, nicht in der Höhe: Die Plätze liegen an der Dora Baltea und in den Seitentälern, mit dem Gebirge direkt über dem Dach. Die Auswahl ist klein, und das passt zur Region – hier ist wenig Fläche bewohnbar, ein breites Ferienangebot wie an der Küste gibt es nicht. Welches Tal es wird, macht dabei mehr Unterschied als die Entfernung auf der Karte: Die Talschlüsse am Nationalpark im Süden sind ruhige Wandergegend, um Courmayeur steht man vor Gletschern, im Zentraltal bei Aosta ist es milder und näher an Stadt und Burgen, im Osten bestimmen Matterhorn und Monte Rosa das Bild. Ein Badeurlaub wird es nicht: Küste hat das Aostatal keine, große Seen auch nicht.

Highlights

  • Nationalpark Gran Paradiso – der älteste Italiens, 1922 aus einem königlichen Jagdrevier entstanden, das den Alpensteinbock vor der Ausrottung bewahrte. Die Zufahrten liegen in den Talschlüssen von Cogne, Valsavarenche und Val di Rhêmes.
  • Mont Blanc über Courmayeur – Val Vény und Val Ferret enden vor Gletschern und Granitwänden, und die Skyway-Seilbahn führt von Entrèves hinauf auf 3.466 Meter an den Rand des höchsten Alpenmassivs.
  • Aosta, Burgen und Steilhang-Weinberge – die Hauptstadt war eine römische Veteranenkolonie und zeigt das an Stadttor, Theater und Augustusbogen; talabwärts stehen Fénis, Issogne und über der unteren Dora Baltea die Felsenfestung Bard. Im oberen Tal um Morgex und La Salle wachsen dagegen Reben, die zu den höchsten Weinbergen Europas zählen.
  • Der Osten unter Matterhorn und Monte Rosa – Breuil-Cervinia liegt auf gut 2.000 Metern direkt unter dem Matterhorn, weiter östlich reichen die Skigebiete von Ayastal und Lystal an den Monte Rosa. In Gressoney und Issime sprechen Ältere noch den deutschen Dialekt der eingewanderten Walser.

Beste Reisezeit

Die Campingsaison ist hier klar eine Sommersaison: Von Juni bis September ist praktisch alles offen, und nur dann sind auch die hohen Passstraßen frei – der Große Sankt Bernhard liegt etwa von Oktober bis Mai unter Schnee. Im April und Oktober wird die Auswahl schon deutlich dünner. Ganzjährig geöffnete Plätze gibt es nur einzelne, obwohl die Region vom Wintersport lebt; wer zum Skifahren kommt, fragt besser vorher nach. Und weil das alles Hochgebirge ist: In den Talschlüssen kühlt es auch im Hochsommer nachts deutlich ab.

Camping vor Ort

Man campt im Aostatal immer in einem Tal, und das Tal bestimmt den Urlaub. In den Talschlüssen von Cogne, Valsavarenche und Val di Rhêmes beginnt der Nationalpark Gran Paradiso gleich hinter dem Ort – Wandergelände, das aus einem königlichen Jagdrevier hervorgegangen ist, welches den Alpensteinbock vor der Ausrottung bewahrte. Um Courmayeur ist der Ton hochalpin: Val Vény und Val Ferret enden vor Gletschern, und die Skyway-Seilbahn nimmt einen ohne Bergerfahrung mit bis auf 3.466 Meter. Im Zentraltal um Aosta liegt man tiefer und wärmer, mit der Römerstadt und der Burgenkette an der Dora Baltea in kurzer Reichweite; talaufwärts, um Morgex und La Salle, ziehen sich die Weinberge in Terrassen den Steilhang hinauf. Weiter östlich steigt das Valtournenche zum Matterhorn hinauf. Am Monte Rosa schließen Ayastal und Lystal an, Walsergegend und Skiland zugleich; in Gressoney und Issime hört man bei Älteren neben Italienisch und Französisch noch einen alten deutschen Dialekt.

Anreise & Planung

Italiens Autobahnen sind überwiegend streckenabhängig bemautet: An der Auffahrt zieht man ein Ticket, bei der Abfahrt zahlt man nach gefahrener Strecke und Fahrzeugklasse — für Wohnmobile zählt neben der Achszahl auch die Höhe an der Vorderachse. Eine Vignette gibt es nicht. Einzelne neuere Autobahnen fahren im Free-Flow ganz ohne Mautstationen; hier bezahlt man nachträglich online oder per App. Die großen Inseln Sardinien und Sizilien erreicht man per Fähre, für die sich in der Hauptsaison eine frühe Reservierung lohnt. Ins Aostatal selbst führen von Frankreich und aus der Schweiz zwei eigenständig mautpflichtige Tunnel: der Mont-Blanc-Tunnel bei Courmayeur und der Tunnel des Großen Sankt Bernhard, beide mit einem Tarif nach Fahrzeugklasse. Die Passstraßen über den Großen und den Kleinen Sankt Bernhard sind mautfrei, aber nur im Sommer offen.

Regeln & gut zu wissen

In vielen Innenstädten gelten verkehrsbeschränkte Zonen (ZTL), deren Einfahrt per Kamera überwacht wird — hineinfahren darf nur, wer berechtigt ist. In Mailand, Bologna und Palermo kommt eine City-Maut hinzu. In Norditalien gibt es zusätzlich zeitliche Umwelt-Fahrbeschränkungen; unter anderem sperren Bozen und Brixen an Werktagen ältere Diesel- und Benzinfahrzeuge aus. Wer mit dem Wohnmobil in die Städte will, parkt besser außerhalb und nutzt öffentliche Verkehrsmittel.

Campingplätze

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FAQ

Häufige Fragen zu Camping im Aostatal

Lohnt sich das Aostatal auch, wenn man nicht in die Berge steigt?

Ja. Das Haupttal liegt tief und ist gut erschlossen: Aosta mit seinen römischen Bauten, die Burgen an der Dora Baltea und die terrassierten Weinberge im oberen Tal erreicht man ohne Höhenmeter. Auch in den Nationalparktälern gibt es flache Talwege, und Seilbahnen wie die Skyway bei Courmayeur nehmen den Aufstieg ab. Wer Baden und Strand sucht, ist hier allerdings falsch.

Wie kommt man mit dem Wohnmobil aus Frankreich oder der Schweiz ins Aostatal?

Ganzjährig verlässlich nur durch die Tunnel: den Mont-Blanc-Tunnel von französischer Seite und den Tunnel des Großen Sankt Bernhard aus dem Wallis. Beide kosten eine eigene Gebühr, gestaffelt nach Fahrzeugklasse – das ist keine Autobahnmaut, sondern kommt oben drauf. Die Passstraßen über den Großen und den Kleinen Sankt Bernhard sind mautfrei, aber nur im Sommer offen; der Große Sankt Bernhard etwa von Juni bis September.

Kann man im Aostatal auch im Winter campen?

Nur eingeschränkt. Die Region lebt vom Wintersport – Courmayeur, Breuil-Cervinia und die Gebiete am Monte Rosa sind große Skiziele –, aber unter den Campingplätzen bleiben nur einzelne das ganze Jahr über offen. Wer im Winter kommt, klärt die Öffnungszeit besser direkt mit dem Platz.