Region

Campingplätze in der Lombardei

Campingplätze in der Lombardei: Gardasee-Westufer, Comer See und Iseosee, dazu das Veltlin mit dem Nationalpark Stilfserjoch und die Poebene um Mantua.

Überblick

Was du über Camping in der Lombardei wissen solltest

Die Lombardei reicht von Gletschern an der Schweizer Grenze bis hinunter an den Po. Im Norden liegen das Veltlin mit Bormio und den hohen Pässen und die Bergamasker Alpen; ein großer Teil des Nationalparks Stilfserjoch, eines der größten Schutzgebiete der Alpen, liegt auf lombardischem Boden. Darunter beginnt der Gürtel der oberitalienischen Seen, wo das Seeklima Oliven und Zitronen wachsen lässt: Comer See und Iseosee gehören ganz zur Region, vom Gardasee hat sie das Westufer, vom Lago Maggiore das Ostufer und vom Luganersee ein Stück. Am Alpenrand folgen Bergamo, dessen Oberstadt hinter fünf Kilometern venezianischer Mauer liegt, und Brescia — 2023 waren die beiden gemeinsam italienische Kulturhauptstadt. Nach Süden wird das Land flach: In der Poebene liegen das langobardische Pavia, die Geigenbaustadt Cremona und Mantua, das drei Seen des Mincio umschließen. Dazwischen, am Übergang von den Voralpenhügeln in die Ebene, liegt Mailand.

Campen heißt in der Lombardei meistens, an einem See zu stehen. Am Gardasee-Westufer zwischen Sirmione und Limone ist die Auswahl am größten, im Juli und August aber auch der Betrieb; der Comer See ist steiler und enger gebaut, mit einem verlässlichen Windrevier im Nordteil; der Iseosee ist die kleinere, ruhigere Variante, mit Monte Isola vor dem Ufer und den Weinhügeln der Franciacorta im Rücken. Am lombardischen Ostufer des Lago Maggiore und im hügeligen Varesotto geht es noch eine Spur beschaulicher zu. Abseits des Wassers wird die Auswahl kleiner, verschwindet aber nicht: In den Tälern des Veltlins und der Bergamasker Alpen geht es um Wandern und eine kurze Bergsaison, unten in der Ebene um Flussparks, Städte wie Mantua oder Cremona und lange flache Radwege. Meerlagen gibt es hier keine — das Wasser der Lombardei sind ihre Seen und Flüsse.

Highlights

  • Gardasee-Westufer: Zwischen Salò und Limone zieht sich die Riviera dei Limoni, wo seit Jahrhunderten Zitronen wachsen und die Winter mild bleiben. Die Uferstraße Gardesana Occidentale führt durch rund 70 Tunnel — mit breitem Fahrzeug vorausschauend fahren.
  • Comer See: Mit 425 Metern der tiefste See Italiens, in umgekehrter Y-Form zwischen steilen Ufern. Wer die Seite wechseln will, muss nicht ums ganze Becken fahren: Zwischen Varenna, Bellagio, Menaggio und Cadenabbia setzen Autofähren über.
  • Veltlin und Nationalpark Stilfserjoch: Der alpine Norden mit Bormio, terrassierten Weinbergen über dem Adda-Tal und einem der größten Nationalparks der Alpen, der bis auf fast 3.900 Meter am Ortler reicht. Die Passstraße über das Stilfser Joch ist nur im Sommerhalbjahr offen.
  • Poebene: Mantua ist auf drei Seiten von den Seen des Mincio umschlossen und gehört gemeinsam mit Sabbioneta zum Welterbe, Cremona lebt seit den Zeiten von Amati und Stradivari vom Geigenbau. Dazwischen führt der Mincio-Radweg auf gut 40 flachen Kilometern von Peschiera nach Mantua.

Beste Reisezeit

An den Seen ist die Saison lang: Viele Plätze öffnen schon im April und bleiben bis in den Oktober, ganzjährig geöffnete sind die Ausnahme. Frühjahr und Herbst passen gut zu den Uferorten und zu Städten wie Bergamo, Brescia oder Mantua — mild genug fürs Draußensein, ohne den Hochsommerbetrieb. Im Juli und August ist am Gardasee-Westufer am meisten los, wo der Tourismus die Uferorte trägt; wer dorthin will, reserviert besser früh. Wer Wind zum Surfen braucht, ist zwischen Juni und September am Nordteil des Comer Sees richtig. In den Bergen ist das Fenster deutlich kürzer, weil die hohen Straßen und Täler des Veltlins erst im späten Frühjahr an der Reihe sind.

Camping vor Ort

Das verbindende Motiv ist das Wasser: Die meisten Plätze liegen an einem der oberitalienischen Seen, mit dem Ufer vor und Bergen hinter sich. Am Gardasee-Westufer ist der Tourismus die wichtigste Einkommensquelle, entsprechend belegt sind die Uferstreifen im Sommer. Am Comer See wird es enger und sportlicher, denn im Nordteil zwischen Bellagio und Colico weht von Juni bis September zuverlässig der thermische Wind Breva, der Wind- und Kitesurfer anzieht. Am Iseosee und am lombardischen Maggiore-Ostufer geht es ruhiger zu. In den Bergtälern des Nordens und in der Poebene ist Camping die Nebenrolle: Dort dreht sich alles um Wanderorte, Flüsse und Radwege statt um Seeufer. An manchen Plätzen sind Hunde nicht erlaubt — das lohnt sich vor der Buchung zu prüfen.

Anreise & Planung

Italiens Autobahnen sind überwiegend streckenabhängig bemautet: An der Auffahrt zieht man ein Ticket, bei der Abfahrt zahlt man nach gefahrener Strecke und Fahrzeugklasse — für Wohnmobile zählt neben der Achszahl auch die Höhe an der Vorderachse. Eine Vignette gibt es nicht. Einzelne neuere Autobahnen fahren im Free-Flow ganz ohne Mautstationen; hier bezahlt man nachträglich online oder per App. Die großen Inseln Sardinien und Sizilien erreicht man per Fähre, für die sich in der Hauptsaison eine frühe Reservierung lohnt. Auf dem Comer See gibt es zwischen Varenna, Bellagio, Menaggio und Cadenabbia Autofähren, die die lange Fahrt um das Seebecken herum sparen. Die hohen Alpenstraßen im Norden sind dagegen saisonal: Das Stilfser Joch ist üblicherweise nur von Ende Mai bis Anfang November befahrbar.

Regeln & gut zu wissen

In vielen Innenstädten gelten verkehrsbeschränkte Zonen (ZTL), deren Einfahrt per Kamera überwacht wird — hineinfahren darf nur, wer berechtigt ist. In Mailand, Bologna und Palermo kommt eine City-Maut hinzu. In Norditalien gibt es zusätzlich zeitliche Umwelt-Fahrbeschränkungen; unter anderem sperren Bozen und Brixen an Werktagen ältere Diesel- und Benzinfahrzeuge aus. Wer mit dem Wohnmobil in die Städte will, parkt besser außerhalb und nutzt öffentliche Verkehrsmittel.

Campingplätze

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FAQ

Häufige Fragen zu Camping in der Lombardei

Welcher lombardische See passt zu welchem Urlaub?

Das Gardasee-Westufer hat das mildeste Klima, die größte Auswahl und im Hochsommer den meisten Betrieb. Der Comer See ist steiler und enger, sein Nordteil zwischen Bellagio und Colico ist wegen des Windes ein Revier für Surfer. Der Iseosee ist die kleinere, ruhigere Variante mit Monte Isola und den Weinhügeln der Franciacorta gleich südlich. Noch beschaulicher wird es am lombardischen Ostufer des Lago Maggiore und am kleinen Luganersee-Anteil um Porto Ceresio.

Lohnt sich die Lombardei auch abseits der Seen?

Ja, sie ist deutlich mehr als ihr Seengürtel. Im Norden gehören das Veltlin und die Bergamasker Alpen dazu, mit Wandergebieten bis in den Nationalpark Stilfserjoch hinein, Bergorten wie Bormio und Weinterrassen über dem Tal. Im Süden liegt die flache Agrarlandschaft der Poebene mit Mantua, Cremona und Pavia, Flussparks und langen Radwegen wie dem Mincio-Radweg. Die Auswahl an Plätzen ist in beiden Räumen kleiner als an den Seen — wer dorthin fährt, kommt wegen der Berge oder der Städte, nicht wegen eines Seeufers.

Wann sind die hohen Straßen im lombardischen Norden offen?

Das Stilfser Joch, der Übergang vom Veltlin hinüber nach Südtirol, ist normalerweise nur von Ende Mai bis Anfang November befahrbar und im Winterhalbjahr gesperrt. Wer im Frühjahr oder Spätherbst in den Bergen unterwegs ist, plant die Route besser über die Talstraßen. An den Seen unten spielt das keine Rolle, dort läuft die Saison schon ab April.