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Campingplätze in Molise

Campingplätze in Molise: 35 Kilometer Sandküste bei Termoli, dahinter Bergland, Schafwanderwege und Samnitenstätten. Die Platzauswahl ist klein und liegt am Meer.

Überblick

Was du über Camping in Molise wissen solltest

Molise ist nach dem Aostatal die kleinste Region Italiens und die am wenigsten besuchte – gut die Hälfte ihrer Fläche ist Gebirge. Im Südwesten steht der Matese, ein Kalkmassiv, das sich die Region mit Kampanien teilt und im Monte Miletto über 2.000 Meter erreicht. Im Westen reicht mit den Mainarde der älteste Nationalpark des Apennin herein, ein Berg- und Buchenwaldgebiet an der Grenze zu den Abruzzen. Nördlich davon steigt das Alto Molise an, wo Capracotta über 1.400 Meter hoch liegt und für seine Schneemengen bekannt ist. Dazwischen breitet sich Hügelland mit Feldern und Weiden aus, in dem Campobasso und Isernia liegen und in dem einige Dörfer albanisch oder kroatisch sprechen, seit ihre Vorfahren ab dem 15. Jahrhundert über die Adria kamen. Durch dieses Hügelland ziehen die Tratturi, bis zu 111 Meter breite Grasstraßen, auf denen die Schafherden jahrhundertelang zu den apulischen Winterweiden wanderten – einer von ihnen läuft als Hauptstraße mitten durch die römische Stadt Saepinum. Nach Osten hin endet die Region mit 35 Kilometern flacher Sandküste, deren Hauptort Termoli auf einer Felshalbinsel im Meer sitzt; von dort fährt das ganze Jahr über das Boot zu den Tremiti-Inseln.

Beim Camping ist Molise ein kleines Ziel, und daran sollte man die Erwartungen ausrichten: Die Auswahl ist sehr klein und liegt fast vollständig an der Küste – bei Marina di Montenero und Petacciato nördlich von Termoli und bei Campomarino südlich davon. Im Bergland und im Hügelland dahinter gibt es kaum Plätze; den Matese, den Nationalpark, Saepinum oder die Dörfer im Alto Molise sieht man von der Küste aus als Tagesziel, und über die kurvigen Landstraßen dauert das länger, als die kurze Luftlinie vermuten lässt. Wer die Adria ohne großen Ferienbetrieb sucht, ist damit gut bedient; wer viele Plätze zum Vergleichen braucht, findet sie eher an der Küste der Abruzzen im Norden oder am Gargano jenseits der apulischen Grenze.

Highlights

  • Die Küste von Molise: 35 Kilometer flache Sandküste von der Trigno-Mündung bis zur apulischen Grenze. Ihr Zentrum ist Termoli, dessen Altstadt mit schwäbischem Kastell und romanischer Kathedrale auf einer Felshalbinsel im Meer liegt; bei klarer Sicht liegen draußen die Tremiti-Inseln am Horizont.
  • Der Matese im Südwesten: ein Karstmassiv, das sich die Region mit Kampanien teilt, mit dem Monte Miletto auf 2.050 Metern. An seinem kampanischen Fuß liegt ein See, der als höchstgelegener Karstsee Italiens gilt; auf der molisanischen Seite hat Campitello Matese den Ruf, das schneereichste Wintersportgebiet Mittel- und Süditaliens zu sein.
  • Mainarde und Alto Molise: Im Westen hat die Region Anteil am ältesten Nationalpark des Apennin, in dem Apenninwolf und Marsischer Braunbär leben. Weiter nördlich liegt Capracotta auf über 1.400 Metern, mit Langlaufloipen und einem Garten, der die Pflanzenwelt des Apennin sammelt.
  • Tratturi und Samnitenstätten: Bis zu 111 Meter breite Grastrassen der Schafwanderung ziehen durch das Hügelland; die Transhumanz zählt seit 2019 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Einer dieser Wege führt als Hauptstraße durch die römische Stadt Saepinum, und auf 1.027 Metern steht das samnitische Heiligtum von Pietrabbondante mit Theater und Tempeln.

Beste Reisezeit

Molise ist beim Camping ein Sommerziel mit kurzer Saison. Die Plätze an der Küste öffnen zum Frühsommer und machen im Herbst wieder zu; ganzjährig geöffnete Plätze sind hier nicht zu erwarten. Juni und September sind die angenehmsten Wochen am Meer – warm genug zum Baden und ohne den Andrang der italienischen Sommerferien, der im August auch auf dieser kurzen Küste zu spüren ist. Wer ins Bergland will, hat es im Hochsommer am leichtesten, weil es dort deutlich kühler bleibt. Im Winter fällt am Matese und im Alto Molise so viel Schnee, dass die Berge ihre eigene Saison haben – einen offenen Campingplatz am Meer wird man um diese Zeit aber kaum finden.

Camping vor Ort

Wer in Molise campt, landet fast zwangsläufig an der Adria – dort liegt die kleine Auswahl, das übrige Molise ist beim Camping fast leer. Der Küstenstreifen zwischen der Trigno-Mündung und der apulischen Grenze ist flach und sandig und wird regelmäßig mit der Blauen Flagge für Wasser- und Umweltqualität ausgezeichnet. Bei Marina di Petacciato liegt hinter dem hellen Sandstrand ein Dünensaum mit einem strandparallelen Pinienwald, weiter südlich ist Campomarino Lido ein gut ausgebauter und viel besuchter Badeabschnitt, und dazwischen sitzt Termoli mit seiner Altstadt auf dem Felsen über dem Fischerhafen. Landeinwärts wird daraus rasch ein anderes Land: Hügel mit Feldern und Weiden, Dörfer, in denen bis heute albanisch oder kroatisch gesprochen wird, dahinter das Matese-Massiv im Südwesten und im Westen die Mainarde im Nationalpark. Das bleiben Tagesziele von der Küste aus.

Anreise & Planung

Italiens Autobahnen sind überwiegend streckenabhängig bemautet: An der Auffahrt zieht man ein Ticket, bei der Abfahrt zahlt man nach gefahrener Strecke und Fahrzeugklasse — für Wohnmobile zählt neben der Achszahl auch die Höhe an der Vorderachse. Eine Vignette gibt es nicht. Einzelne neuere Autobahnen fahren im Free-Flow ganz ohne Mautstationen; hier bezahlt man nachträglich online oder per App. Die großen Inseln Sardinien und Sizilien erreicht man per Fähre, für die sich in der Hauptsaison eine frühe Reservierung lohnt. Zu den Tremiti-Inseln fährt ganzjährig nur eine Fähre ab Termoli; von den übrigen Adriahäfen gibt es Verbindungen bloß im Sommer — das eigene Fahrzeug kann man dabei nicht mitnehmen, es bleibt am Festland stehen.

Regeln & gut zu wissen

In vielen Innenstädten gelten verkehrsbeschränkte Zonen (ZTL), deren Einfahrt per Kamera überwacht wird — hineinfahren darf nur, wer berechtigt ist. In Mailand, Bologna und Palermo kommt eine City-Maut hinzu. In Norditalien gibt es zusätzlich zeitliche Umwelt-Fahrbeschränkungen; unter anderem sperren Bozen und Brixen an Werktagen ältere Diesel- und Benzinfahrzeuge aus. Wer mit dem Wohnmobil in die Städte will, parkt besser außerhalb und nutzt öffentliche Verkehrsmittel.

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FAQ

Häufige Fragen zu Camping in Molise

Lohnt sich Molise, wenn ich eigentlich an die Adria will?

Wenn Ruhe wichtiger ist als Auswahl, ja. Die Küste ist kurz, flach und sandig, mit Termoli als einzigem größeren Ort; den Besucherandrang der bekannteren Adria-Abschnitte kennt Molise nicht. Wer dagegen viele Plätze vergleichen möchte, ist an der Küste der Abruzzen oder am Gargano besser aufgestellt.

Kann man von einem Küstenplatz aus die Berge und die Ausgrabungen ansehen?

Ja, und meist läuft es genau so. Die Region ist klein, aber zu gut der Hälfte Gebirge: Zum Matese, ins Alto Molise oder zum Nationalpark-Anteil im Westen führen kurvige Landstraßen, die mehr Zeit brauchen, als die Luftlinie vermuten lässt. Saepinum liegt am Fuß des Matese bei Sepino, das samnitische Heiligtum von Pietrabbondante hoch in den Bergen der Provinz Isernia.

Kommt man von Molise aus auf die Tremiti-Inseln?

Ja, und von hier aus am verlässlichsten: Ab Termoli fährt das ganze Jahr über eine Fähre, während die Verbindungen von den anderen Adriahäfen nur im Sommer laufen. Autos dürfen nicht auf die Inseln, das Fahrzeug bleibt also auf dem Platz stehen und man fährt vom Hafen mitten in Termoli los. Als Tagesausflug ist das gut zu machen.