Region

Campingplätze im Piemont

Campingplätze im Piemont: der Lago Maggiore mit den Borromäischen Inseln, der stille Ortasee, die Grenzalpen zu Frankreich, die Seealpen und die Weinhügel der Langhe.

Überblick

Was du über Camping im Piemont wissen solltest

Das Piemont liegt am Fuß der Alpen, und das ist wörtlich gemeint: Auf drei Seiten steht Hochgebirge, vom Monte Rosa im Norden über die Grenzkämme nach Frankreich im Westen bis zu den Seealpen im Süden. Nach Osten flacht die Region in die Po-Ebene ab, wo rund um Vercelli ein Drittel der europäischen Reisernte auf bewässerten Feldern wächst. Dazwischen liegt das Hügelland von Langhe, Roero und Monferrato, seit 2014 UNESCO-Welterbe: Weinberge, Haselnussgärten und im Herbst der weiße Trüffel von Alba. Im Nordosten hat die Region Anteil am Lago Maggiore mit den Borromäischen Inseln und am viel stilleren Ortasee, wo das Klima mild genug für Kamelien im Freien ist. Turin, von 1861 bis 1865 die erste Hauptstadt Italiens, sitzt am Po mit der ganzen Alpenkette im Rücken. In den Walsertälern ganz im Norden sprechen ältere Bewohner bis heute einen alemannischen Dialekt.

Am dichtesten stehen die Plätze am piemontesischen Ufer des Lago Maggiore zwischen Arona, Verbania und Cannobio, dazu am kleinen Mergozzosee und am Ortasee — Wasser vor der Tür, Berge direkt dahinter. In den Westalpen sieht Camping anders aus: Im Susatal, in den Tälern am Gran Paradiso und in den Seealpen über Cuneo steht man im Talboden, meist als Standort zum Wandern oder für die Pässe nach Frankreich, und nur wenige Plätze bleiben im Winter für die Skiorte offen. Im Hügelland um Alba und Asti und in der Reisebene ist die Auswahl klein — dorthin fährt man wegen Wein, Trüffel und ruhiger Dörfer, nicht wegen einer großen Auswahl. Hunde sind nicht überall willkommen, und eine Ver- und Entsorgungsstation hat längst nicht jeder Platz; beides lohnt einen Blick vor der Buchung.

Highlights

  • Lago Maggiore und Ortasee: Am piemontesischen Westufer schaut man vom Ufer auf die Borromäischen Inseln, und das Klima ist dort mild genug für Kamelien im Freien — Regen fällt dafür reichlich, die Gegend gehört zu den regenreichsten Italiens. Gut zwanzig Kilometer weiter westlich liegt der deutlich kleinere Ortasee mit der bewohnten Isola San Giulio; international ist er wenig entdeckt, Einheimische nennen ihn Aschenputtel.
  • Die Westalpen an der französischen Grenze: Das Susatal zieht sich rund neunzig Kilometer nach Westen bis an die Grenze und ist die Transitachse dorthin — Autobahn und Straßentunnel sind ganzjährig offen, die hohen Grenzpässe nicht. Oben im Tal liegen mit Sestriere und Bardonecchia Austragungsorte der Winterspiele von 2006; nördlich davon schützt der Gran Paradiso seit 1922 als erster Nationalpark Italiens die Steinböcke der Alpen.
  • Langhe, Roero und Monferrato: Südöstlich der Po-Ebene steigt das Land in Hügel zwischen 150 und 750 Metern — unten Weinberge, in den höheren und raueren Lagen Haselnussgärten statt Reben. Seit 2014 steht diese Weinlandschaft auf der UNESCO-Liste; Barolo und Barbaresco kommen von hier, und Alba gilt als Hauptstadt des weißen Trüffels.
  • Die Seealpen über Cuneo: Ganz im Süden steigt das Piemont noch einmal über 3.000 Meter — das Argentera-Massiv erreicht 3.297 Meter. Der Naturpark zieht sich über drei Täler oberhalb von Cuneo, ging aus einem königlichen Jagdrevier von 1857 hervor und grenzt seit 1987 auf 35 Kilometern direkt an den französischen Mercantour.

Beste Reisezeit

Die Saison reicht im Piemont von April bis in den Oktober, und die Randmonate sind hier keine Notlösung. Der Frühling passt an die Seen, wenn die Kamelien blühen und die Ufer noch leer sind; im Hochsommer wird es zwischen Verbania und Cannobio voll, dann lohnt frühes Reservieren oder das Ausweichen in die Bergtäler, die zur selben Zeit erst richtig aufgehen. Der Herbst gehört den Weinhügeln — Weinlese und Trüffelsaison rund um Alba fallen in Wochen, in denen unten im Land noch viele Plätze geöffnet haben. Oben ist die Saison kürzer, als die Karte vermuten lässt: Der Colle dell'Agnello an der französischen Grenze ist von Anfang Oktober bis Mitte Juni gesperrt, und über den Winter bleibt nur eine Minderheit der Plätze offen.

Camping vor Ort

Am Wasser campt man im Nordosten: am Lago Maggiore mit den Fähren zu den Borromäischen Inseln, ruhiger am Ortasee und am kleinen Mergozzosee. Ein paar Kurven weiter beginnt eine andere Welt — die Ossola-Täler, das straßenlose Val Grande und die Walsertäler unter dem Monte Rosa. Im Westen führen die Täler an die französische Grenze hinauf: Im Susatal stehen die Skiorte der Winterspiele von 2006, im Valle dell'Orco beginnt der älteste Nationalpark Italiens mit seinen Steinböcken. Weiter südlich liegen die okzitanischen Täler unter dem Monviso, aus dem der Po kommt, und ganz im Süden über Cuneo die Seealpen, deren Naturpark direkt an den französischen Mercantour anschließt. Südöstlich davon wird es sanft: Langhe, Roero und Monferrato sind Weinland, die Ebene um Vercelli ist Reisland. Das Verbindende ist die Nähe — von fast jedem Platz sieht man Berge, und zwischen Seeufer, Weinberg und Dreitausender liegen selten mehr als ein paar Fahrstunden.

Anreise & Planung

Italiens Autobahnen sind überwiegend streckenabhängig bemautet: An der Auffahrt zieht man ein Ticket, bei der Abfahrt zahlt man nach gefahrener Strecke und Fahrzeugklasse — für Wohnmobile zählt neben der Achszahl auch die Höhe an der Vorderachse. Eine Vignette gibt es nicht. Einzelne neuere Autobahnen fahren im Free-Flow ganz ohne Mautstationen; hier bezahlt man nachträglich online oder per App. Die großen Inseln Sardinien und Sizilien erreicht man per Fähre, für die sich in der Hauptsaison eine frühe Reservierung lohnt. Wer über die Westalpen nach Frankreich weiterfährt, nimmt entweder den mautpflichtigen Fréjus-Tunnel zwischen Bardonecchia und Modane, der ganzjährig offen ist, oder einen der Grenzpässe — der hohe Colle dell'Agnello ins Varaitatal ist von Anfang Oktober bis Mitte Juni gesperrt.

Regeln & gut zu wissen

In vielen Innenstädten gelten verkehrsbeschränkte Zonen (ZTL), deren Einfahrt per Kamera überwacht wird — hineinfahren darf nur, wer berechtigt ist. In Mailand, Bologna und Palermo kommt eine City-Maut hinzu. In Norditalien gibt es zusätzlich zeitliche Umwelt-Fahrbeschränkungen; unter anderem sperren Bozen und Brixen an Werktagen ältere Diesel- und Benzinfahrzeuge aus. Wer mit dem Wohnmobil in die Städte will, parkt besser außerhalb und nutzt öffentliche Verkehrsmittel.

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FAQ

Häufige Fragen zu Camping im Piemont

Wo im Piemont steht man direkt am Wasser?

Am ehesten am Lago Maggiore: Das piemontesische Westufer zwischen Arona, Verbania und Cannobio ist die Gegend mit den meisten Plätzen der Region. Ruhiger wird es am Ortasee und am kleinen Mergozzosee. Meer hat das Piemont keines — die Region ist Binnenland, ans Mittelmeer geht es erst hinter den Bergen in Ligurien.

Lohnt sich das Piemont im Herbst?

Unten im Land ja: Im September und Oktober laufen in den Langhe die Weinlese und die Trüffelsaison rund um Alba, und viele Plätze haben dann noch geöffnet. In den Hochtälern ist es umgekehrt — dort endet die Saison früh, und hohe Grenzpässe wie der Colle dell'Agnello schließen schon Anfang Oktober.

Ist das Piemont ein Bergziel oder eher Wein- und Hügelland?

Beides — und der Bergteil ist größer, als das Weinimage vermuten lässt: Über vier Zehntel der Region sind Alpen, knapp ein Drittel Hügelland, der Rest Po-Ebene. Mit Monte Rosa, Gran Paradiso und Monviso stehen drei der großen Westalpengipfel im oder am Piemont. Kombinieren lässt sich beides gut: Von den Weinorten der Langhe bis in die Seealpen ist es keine Tagesreise.