Region

Campingplätze auf Sizilien

Vulkan, Barockstädte, Salinen und ein bergiges Inneres: Camping ist hier vor allem Küste, und die Saison reicht auf vielen Plätzen bis weit in den Herbst.

Überblick

Was du über Camping auf Sizilien wissen solltest

Sizilien ist mit gut 25.000 Quadratkilometern die größte Insel des Mittelmeers, und über 80 Prozent davon sind Berg- oder Hügelland. Im Osten steht der Ätna, mit gut 3.400 Metern der größte und aktivste Vulkan Europas — an seinen Hängen wächst Wein, oben liegt im Winter Schnee. Südlich davon wurde nach dem Erdbeben von 1693 eine ganze Städtelandschaft neu gebaut: Noto, Ragusa und Modica sind dafür heute Welterbe. Syrakus liegt mit seiner Altstadtinsel Ortigia an derselben Küste. Hinter der Nordküste mit Palermo und Cefalù steigen die Madonie auf knapp 2.000 Meter, und die Nebrodi tragen eines der größten Waldgebiete der Insel. Im Westen bestimmen Salinen, der Wein um Marsala und griechische Tempel wie Segesta das Bild, weiter südlich das Tal der Tempel von Agrigent. Dazwischen liegt ein dünn besiedeltes Inneres, in dem Enna auf fast tausend Metern mitten auf der Insel sitzt und bei Piazza Armerina eine römische Villa ihre Mosaikböden zeigt. Vor den Küsten kommen eigene kleine Welten dazu — die vulkanischen Äolischen Inseln im Nordosten, die Ägadischen im Westen, dazu Pantelleria und Lampedusa weit draußen im Süden.

Camping ist auf Sizilien vor allem ein Küstenthema. Plätze liegen an der Südostküste unterhalb der Barockstädte, an der Südküste in Reichweite von Agrigent und im Westen um Trapani und Marsala, dazu an der Nordostküste zum Tyrrhenischen Meer. Am Ätna, in den Bergparks des Nordens und im dünn besiedelten Inneren ist die Auswahl kleiner, und Seeplätze gibt es hier nicht — die Insel hat nur einen einzigen natürlichen See. Weil die Küstenlinie so lang ist, bleibt das Angebot pro Abschnitt überschaubar; in der Hauptsaison lohnt eine frühe Reservierung. Dafür ist die Saison ungewöhnlich lang: Viele Plätze haben bis weit in den Oktober hinein offen, ein guter Teil sogar das ganze Jahr.

Highlights

  • Der Ätna über dem Osten der Insel: Europas aktivster Vulkan, seit 2013 Welterbe und mit eigenem Naturpark — eine Straße führt bis auf knapp 2.000 Meter, an den Hängen wächst Wein, auf der Nordseite wird Ski gefahren.
  • Der barocke Südosten: Nach dem Erdbeben von 1693 wurden Noto, Ragusa und Modica in einem Zug wieder aufgebaut und stehen dafür auf der Welterbeliste. Syrakus mit der Altstadtinsel Ortigia liegt an derselben Küste, dahinter beginnen die Hügel der Monti Iblei.
  • Der Westen lebt von Salinen, Thunfischfang und dem Wein um Marsala, mit Erice als Bergstadt über der Küste. Weiter südlich stehen die griechischen Tempel von Selinunt und Agrigent, wo der Concordiatempel zu den besterhaltenen überhaupt zählt.
  • Die Nordküste und ihr Bergland: Palermo mit arabo-normannischem Erbe, Cefalù mit seiner Mosaik-Kathedrale — und direkt im Rücken die Madonie als UNESCO-Geopark sowie die Nebrodi, deren Wälder zu den größten der Insel gehören.

Beste Reisezeit

Milde Küstenwinter machen die Saison auf Sizilien länger als im Norden Italiens: An der Küste liegen die Temperaturen selbst im Winter im Schnitt um zehn Grad, viele Plätze haben bis weit in den Oktober hinein offen und ein guter Teil das ganze Jahr. Frühjahr und Herbst sind die schönste Zeit — die Barockstädte sind dann erträglich warm, und in den Madonie oder am Ätna lässt sich gut laufen. Der Hochsommer gehört dem Meer: Im Landesinneren wird es glühend heiß, der europäische Hitzerekord stammt aus dem sizilianischen Binnenland. Im Winter ist die Insel ein Küstenziel; Enna und der Vulkan liegen hoch genug für Schnee.

Camping vor Ort

Der Südosten läuft flach ans Meer aus: Von den Stränden sind es kurze Wege hinauf in die Barockstädte und in die Hügel der Monti Iblei. Im Westen steht man zwischen Salinen, Weinbergen und Steilküste — das Naturreservat dello Zingaro wurde hier gegen eine geplante Küstenstraße erkämpft und ist bis heute nur zu Fuß begehbar. An der Nordküste rücken Berge und Meer besonders eng zusammen: Der Fels über Cefalù gehört noch zum Madonie-Park, einem UNESCO-Geopark, in dem der höchste nicht-vulkanische Berg der Insel steht. Weiter östlich schließen die Nebrodi an, ein Waldgebirge aus Eichen, Kastanien und Buchen. Der Osten dagegen ist Vulkanland, wo es weniger ums Baden geht als um Lava, Weinberge auf schwarzem Boden und einen Berg, der regelmäßig raucht. Was all das verbindet, ist die kurze Distanz zwischen antiker Ruine, Bergstraße und Badebucht.

Anreise & Planung

Italiens Autobahnen sind überwiegend streckenabhängig bemautet: An der Auffahrt zieht man ein Ticket, bei der Abfahrt zahlt man nach gefahrener Strecke und Fahrzeugklasse — für Wohnmobile zählt neben der Achszahl auch die Höhe an der Vorderachse. Eine Vignette gibt es nicht. Einzelne neuere Autobahnen fahren im Free-Flow ganz ohne Mautstationen; hier bezahlt man nachträglich online oder per App. Die großen Inseln Sardinien und Sizilien erreicht man per Fähre, für die sich in der Hauptsaison eine frühe Reservierung lohnt.

Regeln & gut zu wissen

In vielen Innenstädten gelten verkehrsbeschränkte Zonen (ZTL), deren Einfahrt per Kamera überwacht wird — hineinfahren darf nur, wer berechtigt ist. In Mailand, Bologna und Palermo kommt eine City-Maut hinzu. In Norditalien gibt es zusätzlich zeitliche Umwelt-Fahrbeschränkungen; unter anderem sperren Bozen und Brixen an Werktagen ältere Diesel- und Benzinfahrzeuge aus. Wer mit dem Wohnmobil in die Städte will, parkt besser außerhalb und nutzt öffentliche Verkehrsmittel. Für die vorgelagerten Inseln gilt eine eigene sizilianische Regel: Auf den Äolischen und Ägadischen Inseln, auf Ustica und den Pelagen dürfen Fahrzeuge von Nichtansässigen im Sommer nicht anlanden, auf einzelnen kleinen Inseln sogar ganzjährig. Wohnmobile kommen nur mit Ausnahmegenehmigung mit, für die in der Regel eine Campingplatz-Buchung von mindestens einer Woche verlangt wird.

Campingplätze

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Agricamper

Sizilien, Italien

  • Saison: Ganzjährig
  • Hunde erlaubt
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Airone

Sizilien, Italien

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FAQ

Häufige Fragen zu Camping auf Sizilien

Kann ich mit dem Wohnmobil auf die Äolischen oder Ägadischen Inseln übersetzen?

Nur mit Ausnahmegenehmigung. Im Sommer dürfen Fahrzeuge von Nichtansässigen auf den Inseln vor Sizilien nicht anlanden, auf einzelnen kleinen Inseln gilt das sogar das ganze Jahr. Für Wohnmobile ist eine Ausnahme vorgesehen, wenn eine Buchung auf einem Campingplatz der Insel über mindestens eine Woche vorliegt. Ohne Genehmigung bleibt das Fahrzeug im Fährhafen auf Sizilien stehen, und man setzt als Fußgast über.

Ist Sizilien größer, als es auf der Karte wirkt?

Deutlich. Es ist die größte Insel des Mittelmeers, und über 80 Prozent davon sind Berg- und Hügelland, sodass Straßen selten kurze Wege nehmen. Zwischen der Westspitze bei Trapani und dem Südostzipfel am Capo Passero liegen mehrere Stunden Fahrt. Der Vulkan im Osten und die Salinen im Westen sind eher zwei verschiedene Urlaube als zwei Ausflugsziele.

Gibt es auf Sizilien auch Camping in den Bergen?

Ja, aber die Auswahl ist kleiner als an der Küste. Hinter der Nordküste liegen zwei Bergparks: die Madonie, die mit dem Pizzo Carbonara knapp 2.000 Meter erreichen, und östlich davon die waldreichen Nebrodi. Am Ätna steht man in Vulkanlandschaft statt am Strand. Wer Berge und Meer nah beieinander möchte, schaut am besten an die Nordküste: Dort reicht der Madonie-Park bis an das Meer, der Fels über Cefalù gehört schon dazu.