Region

Campingplätze im Trentino

Campingplätze im Trentino: vom Gardasee-Nordufer über Ledro, Molveno und die Valsugana-Seen bis in die Dolomiten, Brenta und Adamello. Beste Zeit im Überblick.

Überblick

Was du über Camping im Trentino wissen solltest

Das Trentino ist Bergland: Der größere Teil der Provinz liegt über tausend Meter hoch, und mitten hindurch schneidet die Etsch das breite Haupttal mit Trient, den Apfelwiesen und den Weinbergen. Im Osten stehen die Dolomiten; ihr höchster Gipfel, die Marmolata, trägt den einzigen größeren Gletscher des Gebirges. Davor liegen das ladinischsprachige Fassatal und das Fleimstal, dessen Fichten seit Generationen zu Geigen und Klavierresonanzböden verarbeitet werden. Im Westen ragen die Felstürme der Brenta auf, dahinter Granit und Gletscher der Adamello-Presanella-Gruppe. Dazu kommen die Obsttäler Val di Non und Val di Sole, in denen ganze Talböden unter Apfelplantagen liegen. Östlich von Trient reihen sich die warmen Badeseen der Valsugana, und darüber liegen die zimbrischen Hochebenen von Folgaria und Lavarone. Nur im Südwesten wird es mediterran: Am Nordufer des Gardasees wachsen Oliven, und Riva, Torbole und Arco leben von Wind und Fels.

Camping heißt hier je nach Tal etwas anderes. Am Gardasee-Nordufer und im Sarcatal um Arco ist das Klima am mildesten und die Saison entsprechend lang; der Ledrosee und der Molvenosee liegen mehrere hundert Meter höher und sind deutlich kleiner. Östlich von Trient liegen Caldonazzo und Levico, ausgebaute Badeseen mit Thermalort und flachem Radweg gleich daneben. In den Dolomitentälern und im Val di Sole geht es dagegen um Wandern, Klettersteige und Wildwasser, und ein Teil dieser Plätze bleibt auch für die Skisaison offen. Abseits der großen Seen ist die Auswahl kleiner, ohne dass die Täler deshalb weniger hergeben würden.

Highlights

  • Gardasee-Nordufer und Sarcatal: Riva del Garda liegt auf einer Schwemmebene auf siebzig Metern, das Klima ist mediterran genug für Oliven. Die beiden zuverlässigen Winde Ora und Pelér haben Riva und Torbole zu Surf- und Segelrevieren gemacht, Arco im Sarcatal ist ein Zentrum für Klettern und Klettersteige.
  • Dolomiten im Osten: Das Fassatal reicht bis unter die Marmolata, den höchsten Berg der Dolomiten mit deren einzigem größeren Gletscher. Nebenan zieht sich das Fleimstal 28 Kilometer lang zwischen den Grasrücken des Lagorai und den Felstürmen der Pala hin. Auf deren anderer Seite liegen San Martino di Castrozza und das Primiero, wo mit dem Naturpark Paneveggio-Pale di San Martino derselbe Wander- und Skiraum weitergeht.
  • Brenta und Adamello-Presanella: Der Naturpark Adamello-Brenta vereint zwei völlig verschiedene Gebirge — im Osten die Dolomitfelsen der Brenta mit den zwischen 1936 und 1957 angelegten Bocchette-Klettersteigen, im Westen Granit, Gletscher und viele Bergseen. Nach einer Wiederansiedlung von Bären aus Slowenien und Kroatien lebt hier wieder eine Braunbärenpopulation.
  • Valsugana und die zimbrischen Hochebenen: Unten liegt Caldonazzo, nach dem Gardasee der größte See der Provinz, daneben der kleinere Levicosee mit dem alten Habsburger Thermalbad; ein flacher Radweg führt an beiden vorbei bis nach Bassano del Grappa. Oben, auf den Hochebenen von Folgaria und Lavarone, wurde bis ins 20. Jahrhundert Zimbrisch gesprochen, und im Wald stehen noch die Festungswerke der Front von 1915.

Beste Reisezeit

Von April bis Oktober ist im Trentino fast durchgehend etwas offen, aber wegen der Höhenunterschiede liegen die guten Wochen in jedem Tal anders. Am Gardasee und im Sarcatal um Arco fängt die Saison am frühesten an: April und Mai sind dort schon Kletter- und Radmonate, während in den Dolomiten noch Schnee liegt. Der Hochsommer gehört den Badeseen — an Caldonazzo und Levico wird es dann deutlich voller. September und Oktober passen am besten in die Bergtäler, und die meisten Plätze halten so lange durch. Dazu kommt der Winter: In den Skigebieten bleibt ein Teil der Plätze das ganze Jahr über offen.

Camping vor Ort

Was das Trentino zusammenhält, ist die Höhe: Vom Gardasee auf rund siebzig Metern bis in die Dolomitentäler oberhalb von tausend geht es in wenigen Fahrstunden, und die Plätze verteilen sich über die ganze Spanne. Unten wachsen Oliven und der Wind hat einen Namen — Riva und Torbole leben vom Surfen, Arco vom Klettern, und die alte Ponalestraße über dem See ist heute ein Rad- und Wanderweg. Ein paar Kehren höher beginnen die Alpenseen: Im Ledrosee stecken bronzezeitliche Pfahlbauten, der Molvenosee liegt direkt unter den Brenta-Wänden. In Fassa- und Fleimstal wird das Camping alpin, mit Klettersteigen und Skirunden vor der Tür; im Westen öffnen Val di Sole und Val Rendena den Naturpark Adamello-Brenta, in dem nach einer Wiederansiedlung wieder Braunbären leben. Das Etschtal in der Mitte ist die schnelle Achse und gleichzeitig Stadt- und Weinland: Trient mit Konzilsgeschichte, Burg und Naturkundemuseum liegt von den meisten Tälern aus in Reichweite.

Anreise & Planung

Italiens Autobahnen sind überwiegend streckenabhängig bemautet: An der Auffahrt zieht man ein Ticket, bei der Abfahrt zahlt man nach gefahrener Strecke und Fahrzeugklasse — für Wohnmobile zählt neben der Achszahl auch die Höhe an der Vorderachse. Eine Vignette gibt es nicht. Einzelne neuere Autobahnen fahren im Free-Flow ganz ohne Mautstationen; hier bezahlt man nachträglich online oder per App. Die großen Inseln Sardinien und Sizilien erreicht man per Fähre, für die sich in der Hauptsaison eine frühe Reservierung lohnt.

Regeln & gut zu wissen

In vielen Innenstädten gelten verkehrsbeschränkte Zonen (ZTL), deren Einfahrt per Kamera überwacht wird — hineinfahren darf nur, wer berechtigt ist. In Mailand, Bologna und Palermo kommt eine City-Maut hinzu. In Norditalien gibt es zusätzlich zeitliche Umwelt-Fahrbeschränkungen; unter anderem sperren Bozen und Brixen an Werktagen ältere Diesel- und Benzinfahrzeuge aus. Wer mit dem Wohnmobil in die Städte will, parkt besser außerhalb und nutzt öffentliche Verkehrsmittel.

Campingplätze

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FAQ

Häufige Fragen zu Camping im Trentino

Lohnt sich das Trentino auch, wenn man nicht an den Gardasee will?

Ja. Wasser gibt es auch abseits des Gardasees — am Ledrosee in den Bergen darüber und am Molvenosee direkt unter den Brenta-Wänden. Dazu kommen Caldonazzo und Levico, die warmen Badeseen der Valsugana. Für Berge stehen die Dolomiten um Fassa- und Fleimstal und im Westen der Naturpark Adamello-Brenta. Und Trient im Etschtal ist eine echte Stadt, mit Konzilsgeschichte, Burg und Museum. Abseits der großen Seen ist die Platzauswahl kleiner, die Landschaft aber nicht.

Ist das Trentino dasselbe wie Südtirol?

Nein. Beide sind autonome Provinzen derselben Region, aber das Trentino ist die südliche, italienischsprachige Hälfte rund um Trient. Sprachliche Eigenheiten hat es trotzdem: Im Fassatal wird Ladinisch gesprochen. Auf der Hochebene bei Luserna und im Fersental haben sich zwei deutsche Sprachinseln gehalten, Zimbrisch und Mòcheno. Südtirol mit Bozen und Brixen beginnt erst nördlich davon.

Kann man im Trentino auch im Winter campen?

In den Wintersportgebieten ja: Ein Teil der Plätze in den Dolomiten- und Adamello-Tälern hat das ganze Jahr über offen, Skipisten und Loipen liegen dort vor der Tür. Am Gardasee ist es umgekehrt — dort geht es nicht um Schnee, sondern darum, dass die normale Saison im milden Klima früher anfängt als oben in den Bergen.