Region

Nordnorwegen

Nordnorwegen (Nord-Norge): Lofoten, Vesterålen und Nordkap zwischen Mitternachtssonne und Polarnacht, mit langen Fährstrecken und samischem Rentierland.

Überblick

Was du über Camping in Nordnorwegen wissen solltest

Nordnorwegen, norwegisch Nord-Norge, sind die drei nördlichsten Provinzen des Landes – Nordland, Troms und Finnmark – auf rund einem Drittel der norwegischen Festlandfläche, aber mit kaum einem Zehntel der Landesbevölkerung. Das Bild reicht von den schroffen Gebirgsketten der Lofoten und Vesterålen, die direkt aus dem Meer wachsen, über Tromsø als größte Stadt der Region bis zur weiten, kontinental geprägten Finnmarksvidda im Landesinneren, dem traditionellen Land der samischen Rentierhaltung.

Das Nordkap auf der Insel Magerøya gilt touristisch als nördlichster Punkt Europas, ist es geografisch aber nicht: Sowohl die benachbarte Landzunge Knivskjellodden als auch das Festlandkap Kinnarodden liegen weiter nördlich. Wie lange Mitternachtssonne und Polarnacht dauern, hängt stark vom Breitengrad ab – am Nordkap beginnt der ununterbrochene Tag schon Mitte Mai, in Tromsø rund eine Woche später, im südlicheren Bodø erst Ende Mai und für deutlich kürzere Zeit.

Nordnorwegen ist beim Camping vor allem Küsten- und Fernreiseland: Lofoten und Vesterålen tragen die Fischerdörfer, Strände und Berge direkt am Wasser, Tromsø ist Ausgangsbasis für Nordlicht- und Sommerreisen, das Nordkap und die Finnmark sind das eigentliche Fernziel mit langen Anfahrten über die Vidda, und dazwischen liegt die Helgelandsküste mit dem Svartisen-Gletscher und der fährenreichen Küstenstraße Kystriksveien als ruhigerer Gegenentwurf zur Hauptroute E6.

Highlights

  • Auf den Lofoten und in Vesterålen wachsen Gebirgsketten direkt aus dem Meer, dazwischen liegen die alten Fischerdörfer mit ihren Rorbuer-Hütten wie Reine oder Henningsvær.
  • Das Nordkap auf der Insel Magerøya wird als nördlichster Punkt Europas vermarktet, ist es geografisch aber nicht – die Landzunge Knivskjellodden und das Festlandkap Kinnarodden liegen beide weiter nördlich.
  • Mitternachtssonne und Polarnacht sind hier real, aber nicht einheitlich: Am Nordkap beginnt der ununterbrochene Tag schon Mitte Mai, im südlicheren Bodø erst Ende Mai und für deutlich kürzere Zeit.
  • Bei Bodø zieht der Saltstraumen zweimal täglich mit bis zu 40 km/h durch eine schmale Meerenge – einer der stärksten Gezeitenströme der Welt.

Beste Reisezeit

Die Reisezeit ist eng an den arktischen Sommer gebunden. Mitternachtssonne gibt es überall in der Region, aber der Zeitraum hängt stark vom Breitengrad ab: Am Nordkap beginnt sie am frühesten, schon Mitte Mai, und dauert bis Ende Juli; in Tromsø wenig später, ab Mitte/Ende Mai bis Ende Juli; auf Vesterålen etwa von Ende Mai bis Ende Juli; im südlicheren Bodø erst ab Ende Mai und nur für rund sechs Wochen bis Mitte Juli. Juni ist deshalb regionweit die verkehrsreichste und zugleich verlässlichste Zeit, mit langen, hellen Tagen für die weiten Strecken zwischen Lofoten, Nordkap und Helgelandsküste, in den nördlicheren Landesteilen reicht das bis weit in den Juli hinein. Im Winter macht die Polarnacht – in Tromsø etwa von Ende November bis Mitte Januar, durch die umliegenden Berge gefühlt noch länger – klassisches Reisecamping in weiten Teilen der Region unattraktiv; wer außerhalb des Sommers unterwegs ist, plant das eher als Nordlicht-Trip denn als Camping-Saison ein.

Camping vor Ort

Auf den Lofoten liegen die Plätze oft direkt zwischen Fjord und Steilwand, in und um die alten Fischerdörfer mit ihren Rorbuer-Hütten wie Reine, Henningsvær oder Kabelvåg – die Kulisse ist hier am dichtesten, die Zufahrt oft am kurvigsten. Vesterålen daneben ist sanfter: Neben ähnlich schroffen Gipfeln (höchster Punkt Møysalen, 1.262 m) gibt es weiße Sandstrände, Moore und Hochebenen, dazu mit Andenes und Stø zwei der bekanntesten Ausgangspunkte für Walsafaris. Tromsø selbst ist eher Stadt- und Ausgangsbasis als Naturlage – von hier aus organisieren sich viele Nordlicht- und Sommerreisen weiter in die Region. Das Nordkap und die Finnmark dahinter sind ein eigenes Fernziel: Wer bis Magerøya will, fährt durch die weite Finnmarksvidda, das traditionelle Land der samischen Rentierhaltung – ein gesetzlich geschütztes Recht, das ausschließlich Personen samischer Abstammung zusteht, mit Zentren wie Karasjok, Sitz des Sameting, und Kautokeino. Die Helgelandsküste im Süden der Region ist der ruhigere Gegenentwurf: Sie liegt an der fährenreichen Küstenstraße Kystriksveien, mit dem Svartisen als zweitgrößtem Gletscher Norwegens, den man im Sommer per Boot über den Svartisvatnet und eine kurze Wanderung erreicht.

Anreise & Planung

Eine allgemeine Autobahn-Vignette gibt es in Norwegen nicht. Stattdessen wird auf vielen Straßen, Brücken und Tunneln sowie in mehreren Stadtzentren streckenweise Maut erhoben, und zwar automatisch: An den Mautstationen wird nur das Kennzeichen erfasst, bar bezahlen kann man nicht. Ausländische Fahrzeughalter bekommen die Rechnung anschließend per Post vom Dienstleister epass24, mit einer kleinen Zusatzgebühr für die Halterermittlung — wer sich vorab online bei epass24 registriert und eine Kreditkarte hinterlegt, spart diese Gebühr, und mit einem AutoPASS-Chip (brikke) gibt es zusätzlich Rabatt. Ein großer Kostenpunkt sind die Fähren, ohne die man die Fjorde im Westen kaum umfährt; sie sind meist mautpflichtig, mit der Vorausvereinbarung AutoPASS for Ferry lässt sich hier deutlich sparen. Norwegen ist insgesamt ein teures Reiseland, und die Anfahrt aus Deutschland ist lang — viele reisen über Dänemark und nehmen eine der Fähren nach Südnorwegen. Sonst gilt: das ganze Jahr über tagsüber Lichtpflicht, eine strenge Promillegrenze von 0,2, ein Tempolimit von meist 80 außerorts und 50 innerorts sowie im Winter die Pflicht zu passender Bereifung. Im Norden gehören Fähren noch stärker zur Grundstruktur der Anreise als im Rest des Landes: Die rund 650 km lange Küstenstraße Kystriksveien zwischen Steinkjer und Bodø verlangt allein sechs Fährüberfahrten, eine davon führt direkt über den Polarkreis.

Regeln & gut zu wissen

Norwegen ist für sein Jedermannsrecht (allemannsretten) bekannt, das jedem erlaubt, sich frei in der Natur aufzuhalten und auf unbebautem Land (utmark) zu zelten — mit mindestens 150 Metern Abstand zu bewohnten Häusern und höchstens zwei Nächten am selben Ort. Wichtig und oft missverstanden: Dieses Recht gilt nur für nicht-motorisierte Camper, also fürs Zelt, nicht für Wohnmobile, Campervans oder Wohnwagen. Mit dem Fahrzeug übernachtet man auf Camping- und Stellplätzen; das Stehen an Parkbuchten oder am Straßenrand ist nur dort geduldet, wo kein Verbotsschild steht, und ersetzt das Jedermannsrecht nicht. Rücksicht auf Natur und Anwohner wird großgeschrieben, und in Nationalparks und Schutzgebieten gelten eigene, strengere Regeln. Im Norden kommt eine weitere gesetzlich geschützte Landnutzung hinzu: Die Rentierhaltung ist nach dem norwegischen Reindriftsloven ausschließlich Personen samischer Abstammung vorbehalten, vor allem auf der weiten Finnmarksvidda rund um Karasjok und Kautokeino.

Campingplätze

Alle Campingplätze in Nordnorwegen

64 Plätze · Seite 1 von 4

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Aamnes Camping

Nordnorwegen, Norwegen

  • Saison: Saisonbetrieb
  • 40 Stellplätze
  • Direkt am Meer
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Andenes Camping

Nordnorwegen, Norwegen

  • Saison: Saisonbetrieb
  • 50 Stellplätze
  • Direkt am Meer
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Bjerka Camping

Nordnorwegen, Norwegen

  • Saison: Saisonbetrieb
  • Direkt am Meer
  • Hunde erlaubt
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Furøy Camping

Nordnorwegen, Norwegen

  • Saison: Saisonbetrieb
  • Direkt am Meer
  • Hunde erlaubt
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FAQ

Häufige Fragen zu Camping in Nordnorwegen

Ist das Nordkap mit dem Wohnmobil gut erreichbar?

Ja, die E69 und der rund 6,9 km lange, unter dem Meer verlaufende Nordkaptunnel führen bis auf die Insel Magerøya. Unklar ist derzeit, ob und in welcher Höhe für den Zugang zum Plateau eine Gebühr fällig wird, da die Regelung zwischen Gemeinde und Gerichten zuletzt mehrfach gewechselt hat – am besten vor Ort informieren.

Was hat es mit der Rentierhaltung auf der Finnmarksvidda auf sich?

Auf der weiten Finnmarksvidda rund um Karasjok und Kautokeino ist die Rentierhaltung ein gesetzlich geschütztes Recht nach dem norwegischen Reindriftsloven: Es steht ausschließlich Personen samischer Abstammung zu und beruht auf Gewohnheitsrecht seit alters her – kein touristisches Brauchtum, sondern eine geschützte Erwerbs- und Kulturform. Karasjok ist Sitz des Sameting, des norwegischen Samenparlaments, Kautokeino ist für den Samenaufstand von 1852 und sein Sami-Filmfestival bekannt.

Wie plane ich lange Strecken wie die Kystriksveien am besten?

Auf der rund 650 km langen Küstenstraße zwischen Steinkjer und Bodø gehören allein sechs Fährüberfahrten zur Strecke. Wer diese ruhigere Alternative zur E6 wählt, plant die Etappen um die Fährzeiten herum und nutzt die Vorausvereinbarung AutoPASS for Ferry, um bei den Überfahrten zu sparen.