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Überblick
Was du über Camping in der Woiwodschaft Łódź wissen solltest
Łódź ist Polens Beispiel für eine Stadt, die praktisch im Zeitraffer entstand: Aus einem Dorf mit kaum 200 Einwohnern wuchs hier binnen weniger Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts eine Textilmetropole, die um 1900 bereits über 314.000 Einwohner zählte und 1904 in 546 Fabriken rund 70.000 Menschen beschäftigte – angezogen von deutschen, jüdischen, polnischen und russischen Fabrikanten und Arbeitern. Das Ergebnis prägt die Stadt bis heute: kilometerlange Backsteinfabriken, die Prachtstraße Ulica Piotrkowska mit Fassaden aus der Gründerzeit und das umgebaute Fabrikareal Manufaktura, wo einst Baumwolle gesponnen wurde. Im neubarocken Palast des Fabrikanten Izrael Poznański erzählt heute das Museum der Stadt Łódź genau diese Geschichte des Nebeneinanders der Kulturen. Dazu kommt ein zweites Gesicht: Seit 1948 bildet Łódź an seiner Filmhochschule Regisseure aus und gilt seither als Zentrum des polnischen Films.
Um die Stadt herum wird es deutlich ruhiger und offener. Die Woiwodschaft Łódź, polnisch Łódzkie, gehört zu den waldärmsten Regionen Polens, die Landschaft ist vor allem sanft gewelltes Ackerland, durchzogen von Warthe, Pilica, Bzura und Ner. Größtes Wasserrevier ist der Sulejów-Stausee an der Pilica, ein Freizeitrevier für Segler, Kanuten und Windsurfer inmitten des gleichnamigen Landschaftsparks; nordöstlich von Łódź liegt mit dem Landschaftspark der Lodzer Anhöhen eine zweite, hügelige Schutzlandschaft. Wer es historisch mag, findet in Tum bei Łęczyca eine der bedeutendsten romanischen Kirchen Polens und in Nieborów und Arkadia ein barockes Fürstenschloss samt einem der letzten weitgehend original erhaltenen romantischen Landschaftsgärten Europas. Selbst die geografische Mitte Polens liegt, je nach Berechnungsmethode, irgendwo in dieser Woiwodschaft, in der Gegend um Piątek und Kutno.
Piotrków Trybunalski, die zweitgrößte Stadt der Woiwodschaft, war im 16. und 17. Jahrhundert wiederholt Tagungsort des polnischen Sejm und Sitz des Krongerichts – daher der Namenszusatz „Trybunalski". Zu den fünf „Pomniki Historii" (historischen Denkmälern von nationalem Rang) der Region zählen neben Nieborów, der Zisterzienserabtei Sulejów und der Kollegiatskirche von Tum auch die Kathedrale von Łowicz. Insgesamt trägt die Woiwodschaft sieben Landschaftsparks, von den Lodzer Anhöhen bei Łódź bis ins Warthe-Widawka-Gebiet im Süden.
Die Region liegt zudem direkt am Kreuz der Autobahnen A1 und A2 nördlich der Stadt bei Stryków – mit rund 130 Hektar, drei Ebenen und 13 Viadukten das zweitgrößte Autobahnkreuz Polens. Wer ohnehin von West nach Ost oder von Nord nach Süd durch Polen fährt, kommt hier fast zwangsläufig vorbei.
Highlights
- Die Ulica Piotrkowska in Łódź ist über vier Kilometer lang, von Fassaden der Gründerzeit gesäumt und gilt als eine der längsten Einkaufsstraßen Europas.
- Im neubarocken Palast des Textilfabrikanten Izrael Poznański zeigt das Museum der Stadt Łódź, wie polnische, jüdische und deutsche Industriegeschichte hier zusammenkamen.
- Nieborów und Arkadia verbinden ein barockes Fürstenschloss der Radziwiłł mit einem der letzten weitgehend original erhaltenen romantisch-sentimentalen Landschaftsgärten Europas.
Beste Reisezeit
Für Ausflüge zum Sulejów-Stausee, in die Landschaftsparks oder zu den Gartenzielen Nieborów und Arkadia passen die Monate von Mai bis September am besten. Ein Besuch der Stadt Łódź selbst – Piotrkowska, Manufaktura, Museum der Stadt Łódź – lässt sich dagegen fast das ganze Jahr über einplanen, da die Attraktionen überwiegend innen oder ganzjährig zugänglich sind.
Camping vor Ort
Die Region trägt zwei sehr unterschiedliche Camping-Anlässe. Der eine ist die Stadt Łódź selbst: ein kompakter Kulturstopp mit Industriearchitektur, Museum und Filmerbe. Der andere ist das offene Umland: ruhiges, waldarmes Ackerland mit dem Sulejów-Stausee als größtem Wasserrevier für Segeln und Kajak, der hügeligen Schutzlandschaft der Lodzer Anhöhen und den historischen Zielen Nieborów-Arkadia, Tum und Piotrków Trybunalski. An der Warthe bei Uniejów wirbt die Region zusätzlich mit einer Therme. Wer die Region als Zwischenstopp nutzt, profitiert vom direkten Anschluss an die Autobahnen A1 und A2 nördlich der Stadt bei Stryków – eine Nacht hier lässt sich gut in eine längere Strecke quer durch Polen einbauen, ohne dass dafür ein großer Umweg nötig wäre.
Anreise & Planung
Polen hat keine Vignette. Für Pkw und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen sind die staatlichen Autobahnen und Schnellstraßen kostenlos; nur einzelne, privat betriebene Autobahnabschnitte sind mautpflichtig — etwa Teile der A1 Richtung Danzig, der A2 ab der deutschen Grenze und der A4 zwischen Kattowitz und Krakau. Dort zahlt man an einer Schranke bar oder mit Karte, teils auch elektronisch. Schwerere Wohnmobile über 3,5 Tonnen sind dagegen weitreichend mautpflichtig und rechnen über das elektronische e-TOLL-System ab. Insgesamt ist das Preisniveau fürs Reisen und Campen in Polen vergleichsweise günstig. Nördlich von Łódź, bei Stryków, kreuzen sich mit „Łódź-Północ" zwei der wichtigsten Fernstrecken des Landes, die A1 und die A2 – einer der größten Autobahnknoten Polens und ein naheliegender Zwischenstopp auf der Fahrt quer durchs Land.
Regeln & gut zu wissen
Wildcampen und freies Stehen sind in Polen grundsätzlich verboten, besonders in Nationalparks, an der Küste und auf Waldwegen; wer erwischt wird, zahlt ein Verwarngeld. Übernachtet wird deshalb auf offiziellen Camping- und Stellplätzen oder mit ausdrücklicher Erlaubnis des Grundeigentümers. Eine Besonderheit gilt nur fürs Zelt: In mehreren hundert ausgewiesenen Staatswäldern darf man seit einigen Jahren für ein bis zwei Nächte zelten — mit dem Wohnmobil gilt das nicht. Umweltzonen gibt es bisher nur in Warschau und Krakau, und sie betreffen ausschließlich ältere Fahrzeuge; für gängige, jüngere Reisefahrzeuge sind sie in der Praxis kein Hindernis.
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FAQ
Häufige Fragen zu Camping in der Woiwodschaft Łódź
Lohnt sich die Region Łódź für Camper, die vor allem Natur und Wasser suchen?
Die Stadt Łódź selbst ist in erster Linie ein Kulturziel mit Industriearchitektur und Museen. Naturnahe Ziele liegen im Umland: am Sulejów-Stausee an der Pilica, dem größten Wasserrevier der Woiwodschaft, und in den Landschaftsparks der Lodzer Anhöhen und um die Pilica.
Eignet sich die Region als Zwischenstopp auf einer längeren Fahrt durch Polen?
Ja. Nördlich von Łódź kreuzen sich bei Stryków die Autobahnen A1 und A2 in einem der größten Autobahnknoten des Landes. Wer ohnehin quer durch Polen unterwegs ist, kann hier gut für eine Nacht oder einen Stadtbesuch anhalten, ohne einen großen Umweg zu fahren.