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Campingplätze auf Madeira

Madeira: Autonome Region Portugals mit Lorbeerwald, Levadas und Steilküsten. Eine reguläre Autofähre fürs eigene Wohnmobil gibt es nicht – was das bedeutet.

Überblick

Was du über Camping auf Madeira wissen solltest

Madeira, die Região Autónoma da Madeira, ist eine Autonome Region Portugals mit eigener Regierung, rund 900 Kilometer vom portugiesischen Festland entfernt mitten im Atlantik. Die Insel ist im Kern ein steiles Mittel- bis Hochgebirge: Der Pico Ruivo erreicht 1.862 Meter, tief eingeschnittene Täler und die jahrhundertealten Levada-Kanäle prägen das Innere, an den Rändern fällt das Land in Steilküsten zum Meer ab. Rund zwei Drittel der Insel liegen im Naturpark Madeira, darunter der Lorbeerwald Laurissilva – ein von der UNESCO geschütztes Relikt eines Waldtyps, der einst weite Teile Südeuropas bedeckte.

Vor jeder Camping-Frage steht auf Madeira eine andere: Kommt man mit dem eigenen Wohnmobil überhaupt hin? Eine reguläre, ganzjährige Autofähre vom Festland gibt es nicht – die einzige bekannte Möglichkeit, ein eigenes Fahrzeug auf die Insel zu bringen, ist eine Fracht- oder Containerverschiffung. Für die allermeisten deutschen Camper bedeutet ein Madeira-Urlaub deshalb in der Praxis: hinfliegen und vor Ort ein Fahrzeug mieten oder mit dem Zelt reisen – nicht die Überfahrt mit dem eigenen Wohnmobil.

Auch beim Übernachten gilt auf Madeira eine eigene, strengere Praxis als anderswo in Portugal: Campieren ist ausschließlich an ausgewiesene, von der Forst- und Naturschutzbehörde IFCN genehmigte Flächen gebunden, campieren außerhalb davon ist untersagt. Dazu kommt ein Straßennetz, das trotz rund 140 in den 1990er-Jahren gebauten Tunneln in weiten Teilen bergig und anspruchsvoll bleibt.

Highlights

  • Der Lorbeerwald Laurissilva ist UNESCO-Weltnaturerbe und ein Relikt eines Waldtyps aus dem Tertiär, der einst weite Teile Südeuropas bedeckte.
  • Die jahrhundertealten Levada-Kanäle, ursprünglich zur Bewässerung angelegt, bilden heute das Rückgrat eines dichten Wanderwegenetzes durchs Inselinnere.
  • Cabo Girão an der Südküste gilt als eine der höchsten Steilklippen Europas und ist über einen Glas-Skywalk zugänglich.
  • Porto Santo, die Nachbarinsel derselben Autonomen Region, ist für ihren rund 9 Kilometer langen, durchgehenden goldenen Sandstrand bekannt – ein deutlicher Kontrast zu Madeiras Gebirgsprofil.

Beste Reisezeit

Madeira hat ein mildes, subtropisches Klima ohne den ausgeprägten Sommer-Winter-Gegensatz vieler kontinentaler Camping-Regionen – eine klassische Hoch- und Nebensaison im Sinne von warm gegen kalt gibt es hier kaum. In den Bergen auf über 1.800 Metern Höhe sieht das anders aus: Dort ist es deutlich kühler, feuchter und wechselhafter als an der Küste, unabhängig vom Kalendermonat. Wer im Hochland oder im Lorbeerwald unterwegs ist, richtet sich deshalb eher nach Wetterlage und Höhenmeter als nach der Jahreszeit.

Camping vor Ort

Camping auf Madeira folgt zuerst dem Gelände und der Genehmigungslage, nicht touristischen Vorlieben: Erlaubt ist Übernachten nur auf den ausgewiesenen Flächen der Forstbehörde IFCN, und weil rund zwei Drittel der Insel im Naturpark liegen, ist die Zahl möglicher Standorte grundsätzlich begrenzt. Im höheren Inselinneren rund um das Hochmoor Paúl da Serra und den Lorbeerwald liegen naturnahe, einfache Flächen in kühler Höhenlage; näher an Funchal und der Südküste ist die Camping-Realität stadtnäher und milder im Klima, dafür ohne die große Weite der Berglagen. Porto Santo, die Nachbarinsel mit ihrem rund 9 Kilometer langen goldenen Sandstrand, ist dagegen ein eigenes Ziel mit ganz anderem Charakter – flach und sandig statt gebirgig – und nur per Fähre oder Kurzflug erreichbar, nicht mit dem eigenen Fahrzeug direkt vom Festland.

Anreise & Planung

Eine Vignette gibt es in Portugal nicht, dafür Maut auf den Autobahnen — in zwei Formen. Auf den klassischen Autobahnen zahlt man an Mautstationen bar oder mit Karte. Daneben gibt es rein elektronische Strecken (früher SCUT) ohne physische Stationen, auf denen nur das Kennzeichen erfasst wird. Genau hier liegt die Falle für ausländische Fahrzeuge: Wer sich nicht vorab registriert, kann die elektronische Maut nicht bezahlen und riskiert Nachzahlungen. Vor der ersten Fahrt lohnt sich daher eine der Registrierungsmöglichkeiten — EASYToll verknüpft Kennzeichen und Kreditkarte (an grenznahen Welcome Points oder online, gültig bis zu 30 Tage), alternativ gibt es die Prepaid-TOLLCard oder einen Via-Verde-Transponder. Umweltzonen spielen kaum eine Rolle: Lissabon hat eine Zone, die aber nur sehr alte Fahrzeuge betrifft. Madeira und die Azoren erreicht man mit dem eigenen Fahrzeug nur über eine seltene, lange Frachtfähre — in der Praxis fliegt man hin und mietet vor Ort. Auf Madeira selbst kommt die Straßenlage dazu: Ein in den 1990er-Jahren mit EU-Mitteln gebautes Netz von rund 140 Tunneln hat viele alte Bergstrecken ersetzt, doch abseits der Hauptrouten und in Funchal bleiben Straßen steil, eng und kurvenreich – ein kleineres, wendiges Mietfahrzeug mit Automatikgetriebe erleichtert die Fahrt spürbar.

Regeln & gut zu wissen

Freies Campen („campismo selvagem“) ist in Portugal seit 2021 stark eingeschränkt. Ein Zelt oder aufgebautes Camping außerhalb von Plätzen ist verboten. Für zugelassene Wohnmobile gilt eine Ausnahme: Auf Parkplätzen außerhalb von Schutzgebieten darf man bis zu 48 Stunden stehen, solange kein Verbotsschild etwas anderes sagt. In Schutzgebieten wird es streng — im Natura-2000-Netz, in den Küstenschutzzonen und an den Stränden ist das Übernachten untersagt. Verstöße kosten meist rund 60 bis 600 Euro, in Naturschutzgebieten deutlich mehr. Am einfachsten und sichersten übernachtet man auf offiziellen Camping- und Stellplätzen; neben den klassischen Plätzen gibt es vielerorts einfache kommunale Stellplätze mit Ver- und Entsorgung. Auf Madeira gilt zusätzlich eine eigene Regelung der Autonomen Region, die die vorstehende 48-Stunden-Ausnahme des Festlandrechts hier nicht greifen lässt: Übernachten ist ausschließlich auf rund 17 von der Forst- und Naturschutzbehörde IFCN ausgewiesenen und genehmigungspflichtigen Wald- und Erholungsflächen erlaubt, campieren außerhalb dieser Flächen gilt unabhängig vom Naturpark-Status als illegal. Der Naturpark Madeira deckt zusätzlich rund zwei Drittel der Insel ab, wo ohnehin der strengere nationale Schutzgebiets-Bann gilt.

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FAQ

Häufige Fragen zu Camping auf Madeira

Kann ich mit meinem eigenen Wohnmobil nach Madeira übersetzen?

Nur mit größerem Aufwand: Eine reguläre, ganzjährige Autofähre vom portugiesischen Festland gibt es nicht. Praktisch bliebe nur eine Fracht- oder Containerverschiffung. Die meisten deutschen Camper fliegen deshalb nach Madeira und mieten vor Ort ein Fahrzeug oder reisen mit dem Zelt, statt mit dem eigenen Wohnmobil überzusetzen.

Darf ich auf Madeira frei mit dem Wohnmobil übernachten?

Nein: Camping ist auf Madeira ausschließlich auf den rund 17 von der Forstbehörde IFCN ausgewiesenen und genehmigten Wald- und Erholungsflächen erlaubt, campieren außerhalb davon gilt unabhängig vom Naturpark-Status als illegal. Die aus dem portugiesischen Festlandrecht bekannte 48-Stunden-Ausnahme für Wohnmobile gilt auf Madeira nicht. Die genehmigten IFCN-Flächen sind damit die einzige legale Möglichkeit zu übernachten.

Wie anspruchsvoll ist Autofahren auf Madeira mit einem größeren Fahrzeug?

Anspruchsvoller als auf dem Festland: Ein in den 1990er-Jahren gebautes Netz von rund 140 Tunneln hat viele alte Bergstrecken entschärft, aber besonders in den Bergregionen und mitten in Funchal bleiben die Straßen eng, steil und serpentinenreich. Ein kleineres, wendiges Mietfahrzeug mit Automatikgetriebe macht die Fahrt deutlich entspannter als ein großes Wohnmobil.