Region

Campingplätze in Asturien

Asturien: Spaniens grüner Atlantiknorden mit Costa Verde, Picos de Europa und altem Bergbauerbe. Wo Campingplätze liegen und wie kurz die Saison wirklich ist.

Überblick

Was du über Camping in Asturien wissen solltest

Asturien ist Spaniens grüner Atlantiknorden: ozeanisches Klima mit reichlich Regen und milden Temperaturen statt mediterraner Sonne, ein Kalksteingebirge, das stellenweise fast bis ans Meer reicht, statt trockener Hochebene. Das Kantabrische Gebirge durchzieht die Region in Ost-West-Richtung, und mit den Picos de Europa liegt hier Spaniens erster Nationalpark – ursprünglich 1918 als Nationalpark Covadonga gegründet und heute über Asturien, Kantabrien und Kastilien-León verteilt.

Die rund 345 Kilometer lange Steilküste heißt Costa Verde: Rias, kleine Playas und Fischerorte wie Llanes, Ribadesella, Cudillero und Luarca wechseln sich ab, und im Osten bei Llanes liegen die Bufones – natürliche Blaslöcher in den Kalksteinklippen, seit 2001 als Naturdenkmal geschützt. Im Landesinneren erzählen das Nalón- und das Caudal-Tal die andere Seite Asturiens: Hier lag im 19. Jahrhundert eines der Zentren der spanischen Industrialisierung mit Bergbau und Schwerindustrie, dessen Erbe die Cuencas Mineras bis heute prägen.

Camping heißt in Asturien zuerst Küste: Entlang der Costa Verde reihen sich kleine Playas, Rias und Fischerorte, dazwischen die Bufones als eigenes Ausflugsziel. Ein zweiter Schwerpunkt liegt im Vorland der Picos de Europa um Cangas de Onís und Covadonga, wo sich Bergwandern und Küstenausflug an einem Standort verbinden lassen. Das bergige, waldreiche Landesinnere mit den Naturparks Somiedo, Redes und Muniellos sowie den alten Bergbautälern ist touristisch ruhiger und campingtechnisch ein kleineres, stilleres Kapitel – aber genauso Teil des echten Asturien.

Highlights

  • Der Nationalpark Picos de Europa wurde 1918 als Nationalpark Covadonga gegründet – Spaniens erster Nationalpark, heute auf Asturien, Kantabrien und Kastilien-León verteilt.
  • An den Bufones bei Llanes drückt die Brandung durch natürliche Blaslöcher in den Kalksteinklippen der Costa Verde – seit 2001 als Naturdenkmal geschützt.
  • Oviedo ist Ausgangspunkt des Camino Primitivo, der ältesten Route des Jakobswegs: Sie geht auf eine Pilgerfahrt König Alfons' II. im 9. Jahrhundert zurück und ist seit 2015 UNESCO-Welterbe.
  • Im Nalón- und Caudal-Tal erinnern die Cuencas Mineras an die Zeit, als Asturien neben Katalonien und dem Baskenland zu den Zentren der spanischen Industrialisierung zählte.

Beste Reisezeit

Asturiens ozeanisches Klima bringt übers Jahr verteilt häufigen Regen und eher milde als heiße Temperaturen – ein trockenes Ferienfenster wie im mediterranen Spanien gibt es hier nicht. Praktisch geöffnet ist das Gros der Plätze an Küste und Picos-Vorland vor allem zwischen Juni und September, im April und Oktober dagegen nur ein kleinerer Teil. In den Sommerferien werden Costa Verde und das Umfeld von Covadonga deutlich voller – wer flexibel ist, findet im Juni oder September oft die ruhigeren Wochen.

Camping vor Ort

An der Costa Verde prägen kleine Plätze mit kurzem Weg zu Playa und Fischerort das Bild – gut für alle, die Strandnähe und Küstenwandern verbinden wollen, auch wenn die Playas hier eher kleine, von Klippen gerahmte Buchten sind als lange Sandstrände wie im Süden. Rund um Cangas de Onís und Covadonga im Vorland der Picos de Europa liegen die Plätze näher an Bergwandern und Nationalpark – gut für alle, die Berg und Küste an einem Standort kombinieren wollen. Im bergigen Landesinneren mit den Naturparks und den alten Bergbautälern ist Camping ein deutlich kleineres, ruhigeres Thema; wer echte Abgeschiedenheit sucht, findet sie eher dort als an der Küste.

Anreise & Planung

Eine allgemeine Autobahn-Vignette gibt es in Spanien nicht. Das Land hat zwei Autobahntypen: die staatlichen Autovías (A) sind kostenlos, die privat betriebenen Autopistas (AP) sind streckenweise mautpflichtig. Viele frühere Mautstrecken sind inzwischen frei, darunter die vielbefahrene Küstenautobahn AP-7 von der französischen Grenze über Barcelona und Tarragona bis Alicante. Auf den Balearen und Kanaren sind alle Straßen mautfrei; diese Inseln erreicht man mit dem Fahrzeug nur per Fähre, und in der Hochsaison sollte man früh buchen. In vielen Städten gelten Umweltzonen (Zona de Bajas Emisiones, ZBE): Madrid ist inzwischen als gesamtes Stadtgebiet rund um die Uhr Umweltzone, und Barcelona verlangt für alle ausländischen Fahrzeuge einschließlich Wohnmobilen eine kostenpflichtige Online-Registrierung vorab, deren Bearbeitung bis zu 15 Werktage dauern kann — man sollte sie also mit rund drei Wochen Vorlauf erledigen. Die deutsche grüne Umweltplakette wird vielerorts als Nachweis anerkannt.

Regeln & gut zu wissen

Wildcampen („acampada libre") ist in Spanien fast überall nur auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt. Ein einheitliches nationales Gesetz gibt es nicht: Die autonomen Gemeinschaften und die Gemeinden regeln das Thema selbst, und in den meisten Regionen ist das freie Aufschlagen außerhalb von Camping- und Stellplätzen untersagt — an Stränden, in Dünen und in Natur- und Nationalparks besonders streng, mit im Sommer verschärften Kontrollen. Bei der Bewertung kommt es darauf an, ob nach außen sichtbar gecampt wird: Reines Schlafen im korrekt geparkten Fahrzeug gilt als Parken, solange alle Räder am Boden stehen und nichts über den Fahrzeugumriss hinausragt; sobald Markise, Stützen, Tisch oder Stühle draußen stehen, gilt es als Camping und ist außerhalb der Plätze nicht erlaubt. Verstöße werden je nach Region mit Bußgeldern von meist rund 60 bis 600 Euro geahndet, in Schutzgebieten deutlich höher. Am einfachsten und sichersten übernachtet man daher auf offiziellen Camping- oder Stellplätzen; in der Hochsaison sind die beliebten Küstenplätze früh belegt, weshalb sich rechtzeitiges Reservieren lohnt. Im Nationalpark Picos de Europa, der sich über Asturien, Kantabrien und Kastilien-León erstreckt, gilt Camping außerhalb der dafür vorgesehenen Bereiche als besonders schwerer Verstoß mit Bußgeldern zwischen 600 und 1.500 Euro; erlaubt ist dort nur Biwakieren oberhalb von 1.600 Metern zwischen einer Stunde vor Sonnenuntergang und einer Stunde nach Sonnenaufgang.

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FAQ

Häufige Fragen zu Camping in Asturien

Ist Asturien eher Strand- oder Bergcamping?

Beides, oft nah beieinander: Die Costa Verde bietet kleine Playas, Rias und Fischerorte, im Vorland der Picos de Europa um Cangas de Onís und Covadonga liegt Bergwandern direkt vor der Tür. Ein langes Sandstrand-Ferienbild wie im Süden Spaniens ist Asturien dagegen nicht.

Wie kurz ist die Campingsaison in Asturien wirklich?

Kürzer als im mediterranen Spanien: Das ozeanische Klima bringt ganzjährig Regen und milde statt heiße Temperaturen, ein trockenes Sommerfenster wie im Süden gibt es hier nicht. Geöffnet ist der Großteil der Plätze an Küste und Picos-Vorland vor allem zwischen Juni und September, im April und Oktober hat dagegen nur ein kleinerer Teil auf.

Darf ich im Nationalpark Picos de Europa wild campen?

Nein, Camping außerhalb ausgewiesener Bereiche gilt im Park als besonders schwerer Verstoß mit Bußgeldern zwischen 600 und 1.500 Euro. Erlaubt ist nur Biwakieren oberhalb von 1.600 Metern zwischen einer Stunde vor Sonnenuntergang und einer Stunde nach Sonnenaufgang.