Region

Campingplätze in Galicien

Galicien am Atlantik: Rías statt Mittelmeerstrand, Jakobsweg-Ziel Santiago de Compostela, grünes Bergland. Wo Campingplätze liegen und wann die Saison passt.

Überblick

Was du über Camping in Galicien wissen solltest

Galicien ist Spanien, wie man es aus dem Süden nicht kennt: statt trockener Mittelmeerküste liegt hier ein feuchtes, grünes Land am Atlantik, tief zerschnitten von den Rías – lang gestreckten Meeresarmen, die wie Fjorde ins Land greifen. Im Süden verlaufen die Rías Baixas sanft, im Norden schneiden die Rías Altas steiler ein, an der Serra da Capelada fallen die höchsten Kliffs des europäischen Festlands ins Meer. Dahinter beginnt sofort Bergland: Wald, Flusstäler und Hochebenen prägen mehr als die Hälfte der Fläche, dazu kommt mit dem Galicischen eine eigene Sprache neben dem Spanischen. Santiago de Compostela, Ziel des Jakobswegs, liegt im Landesinneren zwischen Küste und Bergen.

Camping heißt hier vor allem Küstencamping an den Rías: An der Ría de Vigo und weiter nördlich an der Ría de Arousa liegt die größte Auswahl, mit Buchten, Stränden und kurzen Wegen zum Wasser. Weiter im Norden an der Costa da Morte, der offenen, inselarmen Atlantikküste zwischen Malpica und Kap Fisterra, und im bergigen Binnenland mit der Ribeira Sacra am Sil-Canyon ist die Auswahl deutlich dünner – die Landschaft ist dort nicht weniger eindrücklich, nur touristisch anders erschlossen. Wer aufs Wasser hinaus will, sollte wissen: Die vorgelagerten Cíes-Inseln im Nationalpark Illas Atlánticas sind ein beliebtes Ausflugsziel, aber der Zugang ist streng reguliert – wer sie besuchen will, braucht vorab eine Online-Genehmigung der Xunta de Galicia, und die Fähren dorthin verkehren nur saisonal im Sommer.

Highlights

  • Die Serra da Capelada an den Rías Altas trägt mit bis zu 620 Metern die höchsten Kliffs des europäischen Festlands.
  • Santiago de Compostela ist mit seiner Kathedrale das Ziel des Jakobswegs und liegt zentral zwischen Küste und Bergland – wer den Jakobsweg campend verfolgt, erreicht hier sein Etappenziel.
  • In der Ribeira Sacra wachsen Weinreben auf Steilhängen über dem Sil-Canyon mit Hangneigungen bis nahe 100 Prozent – seit 2011 gilt der Weinbau dort offiziell als „heroisch“ (CERVIM).
  • Die Cíes-Inseln vor Vigo gehören zum Nationalpark Illas Atlánticas: Der Zugang ist auf eine vorab online beantragte, personalisierte Genehmigung begrenzt, Boote fahren nur saisonal.

Beste Reisezeit

Die Saison ist deutlich enger als am Mittelmeer: Von Frühjahr bis in den Frühherbst ist die Auswahl an geöffneten Plätzen am breitesten, im Oktober schließen schon viele Plätze wieder. Ganzjährig geöffnete Campingplätze sind in Galicien die Ausnahme, nicht die Regel – wer außerhalb der Hauptsaison unterwegs ist, sollte gezielt nach geöffneten Plätzen suchen. Wer die Cíes-Inseln besuchen will, braucht zusätzlich die saisonale Fährverbindung und die vorab online zu beantragende Zugangsgenehmigung im Blick – beides sollte man früh klären.

Camping vor Ort

Die dichteste Auswahl liegt an den Rías Baixas rund um Vigo, Baiona und die Ría de Arousa – hier reihen sich Plätze an Buchten und Stränden, oft mit kurzem Weg zum Wasser und guter Ausgangslage für einen Ausflug zu den vorgelagerten Inseln. Weiter nördlich an den Rías Altas und an der offenen Costa da Morte wird die Auswahl kleiner, dafür ist die Küste hier rauer und einsamer, ohne die schützenden Buchten des Südens. Im bergigen Binnenland um die Ribeira Sacra, wo Wein an Steilhängen über dem Sil-Canyon wächst, und rund um Santiago de Compostela als Jakobsweg-Ziel gibt es einzelne Plätze abseits der Küste – für alle, die weniger Strand und mehr Fluss, Wald und Kultur suchen. Hunde sind auf vielen Plätzen erlaubt, Wohnmobil-Service gibt es nicht überall – beides lohnt sich vor der Anreise zu prüfen.

Anreise & Planung

Eine allgemeine Autobahn-Vignette gibt es in Spanien nicht. Das Land hat zwei Autobahntypen: die staatlichen Autovías (A) sind kostenlos, die privat betriebenen Autopistas (AP) sind streckenweise mautpflichtig. Viele frühere Mautstrecken sind inzwischen frei, darunter die vielbefahrene Küstenautobahn AP-7 von der französischen Grenze über Barcelona und Tarragona bis Alicante. Auf den Balearen und Kanaren sind alle Straßen mautfrei; diese Inseln erreicht man mit dem Fahrzeug nur per Fähre, und in der Hochsaison sollte man früh buchen. In vielen Städten gelten Umweltzonen (Zona de Bajas Emisiones, ZBE): Madrid ist inzwischen als gesamtes Stadtgebiet rund um die Uhr Umweltzone, und Barcelona verlangt für alle ausländischen Fahrzeuge einschließlich Wohnmobilen eine kostenpflichtige Online-Registrierung vorab, deren Bearbeitung bis zu 15 Werktage dauern kann — man sollte sie also mit rund drei Wochen Vorlauf erledigen. Die deutsche grüne Umweltplakette wird vielerorts als Nachweis anerkannt.

Regeln & gut zu wissen

Wildcampen („acampada libre") ist in Spanien fast überall nur auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt. Ein einheitliches nationales Gesetz gibt es nicht: Die autonomen Gemeinschaften und die Gemeinden regeln das Thema selbst, und in den meisten Regionen ist das freie Aufschlagen außerhalb von Camping- und Stellplätzen untersagt — an Stränden, in Dünen und in Natur- und Nationalparks besonders streng, mit im Sommer verschärften Kontrollen. Bei der Bewertung kommt es darauf an, ob nach außen sichtbar gecampt wird: Reines Schlafen im korrekt geparkten Fahrzeug gilt als Parken, solange alle Räder am Boden stehen und nichts über den Fahrzeugumriss hinausragt; sobald Markise, Stützen, Tisch oder Stühle draußen stehen, gilt es als Camping und ist außerhalb der Plätze nicht erlaubt. Verstöße werden je nach Region mit Bußgeldern von meist rund 60 bis 600 Euro geahndet, in Schutzgebieten deutlich höher. Am einfachsten und sichersten übernachtet man daher auf offiziellen Camping- oder Stellplätzen; in der Hochsaison sind die beliebten Küstenplätze früh belegt, weshalb sich rechtzeitiges Reservieren lohnt. In Galicien kommt eine belegte regionale Besonderheit hinzu: Der Nationalpark Illas Atlánticas mit den Cíes-Inseln vor Vigo ist nur mit einer vorab online bei der Xunta de Galicia beantragten, personalisierten Genehmigung zugänglich, und die Besucherzahl ist begrenzt. Auch Camping ist dort nur auf dem offiziellen, saisonal geöffneten Platz auf Cíes selbst möglich und muss zusätzlich zur Zugangsgenehmigung gesondert reserviert werden.

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Arco Iris

Galicien, Spanien

  • 110 Stellplätze
  • Direkt am Meer
  • Hunde erlaubt
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FAQ

Häufige Fragen zu Camping in Galicien

Ist Galicien für Camping eher an der Küste oder im Binnenland interessant?

Beides trägt real, aber unterschiedlich stark: An den Rías Baixas und Rías Altas liegt die klassische Küstenauswahl mit Buchten und Stränden, im bergigen Binnenland um die Ribeira Sacra und Santiago de Compostela gibt es einzelne Plätze für alle, die Fluss, Wald und Jakobsweg statt Strand suchen.

Wie komme ich mit dem Wohnmobil auf die Cíes-Inseln?

Gar nicht direkt – die Inseln erreicht man nur per Fähre ab Vigo, Baiona oder Cangas, und schon der Zugang selbst braucht eine vorab online bei der Xunta de Galicia beantragte Genehmigung. Das Wohnmobil bleibt auf dem Festland stehen, ein Tagesausflug ist die übliche Art, die Inseln zu besuchen.

Warum ist die Campingsaison in Galicien kürzer als an der Mittelmeerküste?

Galicien liegt am Atlantik statt am Mittelmeer: Mit rund 150 Regentagen im Jahr gilt der Nordwesten als die regenreichste Region Spaniens. Die Auswahl an offenen Plätzen ist deshalb von Frühjahr bis Frühherbst am größten, im Oktober schließen schon viele Plätze wieder, und ganzjährig geöffnete Plätze sind eher die Ausnahme.