Sondergebiet

Kanalinseln

Jersey und Guernsey: Kronbesitzungen mit Klippen, Gezeiten und Besatzungsgeschichte - die Einfuhr eigener Wohnmobile ist aber stark reglementiert.

Sonderstatus

Sondergebiet / Crown Dependency; Reise- und Fährplanung separat prüfen.

Überblick

Was du über Camping auf den Kanalinseln wissen solltest

Jersey und Guernsey sind Kronbesitzungen der britischen Krone - eigene Rechtsräume mit eigenen Parlamenten, nicht Teil des Vereinigten Königreichs und nicht Teil der EU. Auch die beiden Inseln selbst sind keine Einheit: Jersey und Guernsey haben getrennte Gesetze, und zu Guernsey gehören mit Alderney, Sark und Herm noch einmal drei kleinere Nebeninseln. Landschaftlich gehören die Kanalinseln zu den Orten mit dem stärksten Gezeitenunterschied weltweit, mit einem Tidenhub in der Größenordnung mehrerer Meter zwischen Ebbe und Flut; auf Guernsey prägen laut offiziellem Tourismusportal vor allem Klippenwege und unberührte Strände das Bild. Von 1940 bis 1945 waren die Kanalinseln als einziges britisches Gebiet von deutschen Truppen besetzt - Bunkeranlagen wie Corbière auf Jersey und das unterirdische deutsche Militärkrankenhaus auf Guernsey erinnern bis heute daran.

Fürs Camping mit dem eigenen Fahrzeug ist das kein unkompliziertes Ziel. Wohnmobile und Caravans dürfen auf beide Inseln nur eingeschränkt und getrennt geregelt einreisen und müssen während des gesamten Aufenthalts auf einem registrierten Campingplatz bleiben; auf Guernsey ist die Zahl der überhaupt zugelassenen Plätze sehr klein. Wer flexibel bleiben will, kommt hier eher mit Zelt oder Mietunterkunft als mit dem eigenen Wohnmobil gut zurecht.

Highlights

  • Corbière an Jerseys Südwestküste: hohe Klippen mit einer gut erhaltenen deutschen Bunkeranlage aus der Besatzungszeit 1940-45.
  • Guernseys Küste mit ihren kilometerlangen Klippenwegen, laut dem offiziellen Tourismusportal eines der Hauptthemen der Insel.
  • Sark bei Guernsey: eine der letzten weitgehend autofreien Inseln Europas, unterwegs nur zu Fuß, per Rad oder Pferdekutsche.

Beste Reisezeit

Die Saison konzentriert sich auf den Sommer: Jersey gilt inzwischen mehrfach amtlich als sonnenreichster Ort der britischen Inseln, mit einem für die Lage sehr milden Klima. Die meisten Plätze öffnen erst mit dem Frühsommer und schließen wieder im Frühherbst; im zeitigen Frühjahr ist die Auswahl noch klein. Wer fährt, sollte die Fährüberfahrt und - vor allem auf Guernsey - den Campingplatz mit ausreichend Vorlauf buchen, weil die Wohnmobil-Genehmigung an die Platzreservierung gekoppelt ist.

Camping vor Ort

Die sehr kleine Auswahl teilt sich auf beide Inseln: Auf Guernsey liegen die Plätze an den wenigen dafür überhaupt zugelassenen, ländlichen Adressen; auf Jersey verteilen sich die Plätze über mehrere Ecken der Insel. Jersey ist klein, Strecken sind kurz - aber wegen der inselweiten 40-mph-Obergrenze, der engen Straßen und der Green Lanes braucht man für dieselbe Distanz mehr Zeit, als die Kilometerangabe vermuten lässt. Weil das Fahrzeug ohnehin an den gebuchten Campingplatz gebunden ist, lohnt sich die Wahl des Standorts vorab: Wer Klippen und Besatzungsgeschichte wie bei Corbière erleben will, findet das eher im Süden Jerseys.

Anreise & Planung

Zentraler Anreisefakt ist der Linksverkehr - er gilt ab der ersten Meile, und die Scheinwerfer müssen dafür umgestellt oder abgeklebt werden. Tempolimits stehen in mph und liegen für schwere Wohnmobile niedriger als für Pkw. Die Promillegrenze unterscheidet sich nach Landesteil: 0,8 in England und Wales, 0,5 in Schottland. Eine allgemeine Maut oder Vignette gibt es nicht, nur einzelne Strecken kosten - etwa die Mautautobahn M6 Toll bei Birmingham und die Dartford Crossing bei London, die elektronisch bezahlt wird. London ist für Camper doppelt gebührenpflichtig (Congestion Charge plus ULEZ-Umweltzone, Wohnmobile eingeschlossen). Auf die Insel kommt man nur per Fähre oder durch den Eurotunnel. Die kürzesten Wege sind Calais-Dover in rund 90 Minuten und der Shuttlezug unter dem Kanal in etwa 35 Minuten. Wer nach Schottland will, spart mit den Fähren ab den Niederlanden die lange Fahrt quer durch England. Jersey und Guernsey sind dabei ein rechtlicher Sonderfall: Beide sind eigenständige Kronbesitzungen der britischen Krone, nicht Teil des Vereinigten Königreichs und nicht Teil der EU - britische Regeln gelten hier nicht automatisch, auch wenn beide Inseln ebenfalls Linksverkehr fahren und die gleiche Promillegrenze wie England und Wales anwenden (0,8 Promille), nicht die niedrigere schottische. Für Wohnmobile und Caravans ist die Einreise auf beiden Inseln stark eingeschränkt und getrennt geregelt: Auf Jersey ist seit 2023 keine vorab beantragte Genehmigung mehr nötig, wer maximal 31 Tage bleibt, muss das Fahrzeug aber die ganze Zeit auf einem registrierten Campingplatz stehen lassen und darf nur zwischen Hafen und Platz fahren. Auf Guernsey ist die Auswahl noch enger: Nur eine Handvoll namentlich zugelassener Plätze nimmt überhaupt Wohnmobile oder Caravans an, ein Permit vom Campingplatzbetreiber ist Pflicht, und der Aufenthalt ist meist auf einen Monat begrenzt. Eine Einfuhr ohne vorherige Campingplatz-Reservierung funktioniert auf keiner der beiden Inseln. Angereist wird ausschließlich per Fähre; einziger Anbieter ist Condor Ferries, der sowohl St. Malo in der Bretagne als auch Poole und Portsmouth mit beiden Inseln verbindet - einen Eurotunnel-Zugang gibt es hier nicht. Jersey hat mit 40 mph auf der ganzen Insel ein sehr niedriges Höchsttempo, Fahrzeuge über 3,5 Tonnen oder mit Anhänger dürfen sogar nur 30 mph fahren, und auf den schmalen Green Lanes gilt zusätzlich Tempo 15 mit Vorrang für Fußgänger, Radfahrer und Reiter. Beide Inseln geben zudem ihr eigenes Pfund aus (Jersey Pound, Guernsey Pound), das sich gegenseitig und neben Sterling problemlos verwenden lässt.

Regeln & gut zu wissen

Freies Übernachten wird im Vereinigten Königreich oft falsch verstanden. In England und Wales ist Wildcampen ohne Erlaubnis des Grundeigentümers verboten - die einzige Ausnahme ist leichtes Zelten auf Dartmoor (kleines Zelt, ein bis zwei Nächte, kein Fahrzeug). In Schottland erlaubt der Scottish Outdoor Access Code zwar leichtes Wildzelten für wenige Nächte, aber ausdrücklich nur zu Fuß: Wohnmobile, Campervans und das Schlafen im Auto sind davon nicht gedeckt - der wichtigste und am häufigsten missverstandene Punkt. Am Loch Lomond gelten von März bis September zusätzlich Permit-Zonen. Wer mit dem Fahrzeug übernachtet, ist überall im Land auf ausgewiesene Plätze angewiesen. Auf den Kanalinseln gilt keine der beiden geschilderten Regelungen: Jersey und Guernsey kennen weder die Dartmoor-Ausnahme noch den Scottish Outdoor Access Code. Wohnmobile und Caravans müssen für die gesamte Aufenthaltsdauer auf dem Campingplatz bleiben, für den die Genehmigung ausgestellt wurde - Übernachten am Straßenrand, auf Parkplätzen oder frei in der Landschaft ist auf beiden Inseln nicht vorgesehen. Auf der zu Guernsey gehörenden Insel Sark sind private Kraftfahrzeuge grundsätzlich verboten, unterwegs ist man nur zu Fuß, mit dem Fahrrad, per Pferdekutsche oder Traktor - ein eigenes Wohnmobil kommt dort von vornherein nicht infrage.

Campingplätze

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FAQ

Häufige Fragen zu Camping auf den Kanalinseln

Kann ich mit meinem eigenen Wohnmobil einfach auf die Kanalinseln übersetzen?

Nur eingeschränkt und mit Vorlauf. Auf Jersey wird die Einreise für bis zu 31 Tage automatisch erlaubt, das Fahrzeug muss aber durchgehend auf einem registrierten Campingplatz bleiben. Auf Guernsey ist die Auswahl noch enger: Nur eine Handvoll namentlich zugelassener Plätze nimmt Wohnmobile oder Caravans an, und ein Permit vom Campingplatzbetreiber ist vorab Pflicht.

Gilt auf Jersey und Guernsey das gleiche Verkehrsrecht wie in Großbritannien?

Nein. Beide Inseln sind eigenständige Kronbesitzungen mit eigenem Recht, nicht Teil des Vereinigten Königreichs. Linksverkehr und die Promillegrenze von 0,8 stimmen zwar mit England und Wales überein, aber Jersey hat mit 40 mph ein eigenes, sehr niedriges Inselhöchsttempo, und auf den schmalen Green Lanes gilt zusätzlich Tempo 15.