Region

Campingplätze in Nordirland

Nordirland verbindet Giant's Causeway, Mourne Mountains und Fermanagh-Seen auf kurzen Wegen - dazu die offene Grenze zur Republik Irland mit Euro statt Pfund.

Überblick

Was du über Camping in Nordirland wissen solltest

Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich, ist aber nicht Teil von Großbritannien - es hat seit dem Karfreitagsabkommen von 1998 eine eigene Versammlung. Drei Höhenzüge prägen das Relief: die Sperrin Mountains im Nordwesten, das Antrim-Plateau im Nordosten und die Mourne Mountains im Südosten, wo mit dem Slieve Donard (852 m) der höchste Berg Nordirlands direkt über der Küste bei Newcastle aufragt. Dazwischen liegt mit Lough Neagh der größte See der Britischen Inseln, und im Norden endet das Land in der Basaltküste des Giant's Causeway, seit 1986 UNESCO-Welterbe.

Fürs Camping ist die kompakte Größe ein Vorteil: Causeway Coast, Mourne-Küste, Fermanagh-Seenplatte und Glens of Antrim liegen nah beieinander statt über hunderte Kilometer verteilt wie im übrigen Königreich. Wer will, sieht an einem längeren Wochenende Basaltküste, Berge und Seen, ohne den halben Tag im Auto zu verbringen. Und wer über die offene, unkontrollierte Grenze in die Republik Irland weiterfährt, wechselt zwar Währung und Maßeinheiten - aber nicht die Fahrbahnseite: Auch dort wird links gefahren.

Highlights

  • Der Giant's Causeway an der Nordküste besteht aus rund 40.000 meist sechseckigen Basaltsäulen und zählt seit 1986 als UNESCO-Welterbe zu den bekanntesten Naturwundern des Landes.
  • In den Mourne Mountains erhebt sich mit dem Slieve Donard (852 m) der höchste Berg Nordirlands direkt über der Küste bei Newcastle - Wandern mit Meerblick fast vom ersten Schritt an.
  • Die Fermanagh-Seenplatte um Upper und Lower Lough Erne im Südwesten ist auf Wassersport und ruhiges Camping am Wasser ausgelegt, spürbar abseits der belebteren Küste.
  • Die Glens of Antrim, neun eiszeitlich geformte Täler zwischen Larne und Ballycastle, bilden zusammen mit der Küste und Rathlin Island seit 1988 die Antrim Coast and Glens AONB - Camping in kleineren, ländlicheren Orten.

Beste Reisezeit

Nordirlands Klima ist wie im übrigen Vereinigten Königreich ozeanisch, mild und wechselhaft - die Saison reicht über weite Teile des Jahres, mit Schwerpunkt zwischen Frühling und Herbst. Wer die Causeway Coast oder die Mourne-Küste in den Sommerferien ansteuert, sollte mit mehr Betrieb rechnen als an den ruhigeren Fermanagh-Seen oder in den Glens of Antrim. Regenkleidung gehört zu jeder Jahreszeit ins Gepäck.

Camping vor Ort

An der Causeway Coast im Norden, rund um Portrush, Portstewart und den Giant's Causeway, liegen die Plätze nahe der Basaltküste, direkt an der Causeway Coastal Route. Die Mourne-Küste im Südosten, etwa bei Kilkeel und Newcastle, verbindet Strand mit dem unmittelbaren Bergpanorama der Mournes und eignet sich für alle, die Wandern und Meer kombinieren wollen. Im Südwesten liegt die Fermanagh-Seenplatte um Upper und Lower Lough Erne - ruhigeres Camping am Wasser, ausgelegt auf Bootfahren und Angeln statt Strandtrubel. Dazwischen ziehen sich die Glens of Antrim, neun eiszeitlich geformte Täler zwischen Larne und Ballycastle, mit kleineren, ländlicheren Plätzen abseits der Hauptrouten. Belfast und der Strangford Lough bieten die Camping-Option nah an der Stadt.

Anreise & Planung

Zentraler Anreisefakt ist der Linksverkehr - er gilt ab der ersten Meile, und die Scheinwerfer müssen dafür umgestellt oder abgeklebt werden. Tempolimits stehen in mph und liegen für schwere Wohnmobile niedriger als für Pkw. Die Promillegrenze unterscheidet sich nach Landesteil: 0,8 in England und Wales, 0,5 in Schottland. Eine allgemeine Maut oder Vignette gibt es nicht, nur einzelne Strecken kosten - etwa die Mautautobahn M6 Toll bei Birmingham und die Dartford Crossing bei London, die elektronisch bezahlt wird. London ist für Camper doppelt gebührenpflichtig (Congestion Charge plus ULEZ-Umweltzone, Wohnmobile eingeschlossen). Auf die Insel kommt man nur per Fähre oder durch den Eurotunnel. Die kürzesten Wege sind Calais-Dover in rund 90 Minuten und der Shuttlezug unter dem Kanal in etwa 35 Minuten. Wer nach Schottland will, spart mit den Fähren ab den Niederlanden die lange Fahrt quer durch England. Die genannten Kanalrouten führen nicht nach Nordirland - von Großbritannien aus braucht es dafür eine eigene Fährverbindung über die Irische See. In Nordirland gilt wie in England und Wales die 0,8-Promillegrenze, nicht die strengere schottische von 0,5. Mautstrecken wie M6 Toll oder Dartford Crossing gibt es hier nicht - Nordirland ist mautfrei. Die Grenze zur Republik Irland ist offen und unkontrolliert; wer sie überquert, wechselt Währung (Pfund Sterling zu Euro) und Maßeinheiten (Meilen und mph zu Kilometern und km/h), bleibt aber im Linksverkehr - die Republik Irland fährt ebenso wie Nordirland links.

Regeln & gut zu wissen

Freies Übernachten wird im Vereinigten Königreich oft falsch verstanden. In England und Wales ist Wildcampen ohne Erlaubnis des Grundeigentümers verboten - die einzige Ausnahme ist leichtes Zelten auf Dartmoor (kleines Zelt, ein bis zwei Nächte, kein Fahrzeug). In Schottland erlaubt der Scottish Outdoor Access Code zwar leichtes Wildzelten für wenige Nächte, aber ausdrücklich nur zu Fuß: Wohnmobile, Campervans und das Schlafen im Auto sind davon nicht gedeckt - der wichtigste und am häufigsten missverstandene Punkt. Am Loch Lomond gelten von März bis September zusätzlich Permit-Zonen. Wer mit dem Fahrzeug übernachtet, ist überall im Land auf ausgewiesene Plätze angewiesen. Für Nordirland gilt dasselbe wie für England und Wales: Ein Zugangsrecht wie in Schottland gibt es hier nicht, nahezu das gesamte Land ist Privatbesitz, und Camping ohne Erlaubnis des Grundeigentümers ist Hausfriedensbruch - eine Dartmoor-artige Ausnahme existiert nicht. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, braucht also einen ausgewiesenen Platz.

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FAQ

Häufige Fragen zu Camping in Nordirland

Was ändert sich, wenn ich mit dem Wohnmobil über die offene Grenze in die Republik Irland fahre?

Kontrollen gibt es an der rund 500 km langen Grenze keine. Was sich ändert, sind Währung (Pfund Sterling wird zu Euro) und Maßeinheiten (Meilen und mph werden zu Kilometern und km/h) sowie eigene Mautstrecken wie die M50 bei Dublin, die es in Nordirland nicht gibt. Die Fahrbahnseite bleibt gleich: Auch die Republik Irland fährt links.

Gilt in Nordirland dieselbe Promillegrenze wie in England, oder eher die strengere schottische?

Nordirland folgt England und Wales mit 0,8 Promille, nicht der strengeren schottischen Grenze von 0,5.

Darf ich mit dem Wohnmobil in Nordirland frei in der Natur übernachten?

Nein, nicht ohne Erlaubnis des Grundeigentümers. Anders als in Schottland gibt es in Nordirland kein Zugangsrecht für Wildcamping; nahezu das gesamte Land ist Privatbesitz, und Camping ohne Zustimmung ist Hausfriedensbruch. Für Wohnmobile bleiben ausgewiesene Plätze die verlässliche Option.