Region

Campingplätze in Wales

Wales: Berge, Küste und eigene Sprache dicht beieinander. Wo Eryri, Pembrokeshire-Küste und Bannau Brycheiniog fürs Camping liegen und wann die Saison passt.

Überblick

Was du über Camping in Wales wissen solltest

Wales ist der kompakteste der britischen Landesteile: Das Landesinnere wird fast durchgehend vom Kambrischen Gebirge geprägt, dazu kommt Meer an drei Seiten. Wales hat mit Walisisch eine eigene, gleichberechtigte Amtssprache - Orts- und Hinweisschilder stehen überall zweisprachig, im Nordwesten um Gwynedd und Anglesey ist Walisisch für einen großen Teil der Bevölkerung noch echte Alltagssprache.

Die Landschaft trägt drei Nationalparks: Eryri im Nordwesten (bis 2023 unter dem Namen Snowdonia bekannt) mit dem Gipfel Yr Wyddfa, der seit derselben Umbenennung offiziell wieder walisisch heißt statt Snowdon und laut Eryri National Park Authority der höchste Berg Englands und Wales' außerhalb Schottlands ist. Im Süden liegt der Bannau-Brycheiniog-Nationalpark (früher Brecon Beacons) mit Wasserfällen und einem der dunkelsten Nachthimmel Großbritanniens, im Südwesten der Pembrokeshire-Coast-Nationalpark, der laut englischer Wikipedia als einziger Nationalpark im Vereinigten Königreich überwiegend aus Küstenlandschaft besteht. Um die gesamte walisische Küste führt seit 2012 der Wales Coast Path - nach mehreren Quellen die erste durchgehende Wanderroute entlang der kompletten Küstenlinie eines ganzen Landes weltweit.

Highlights

  • Der Eryri-Nationalpark (bis 2023 Snowdonia) trägt mit Yr Wyddfa (Snowdon, 1.085 m) laut Eryri National Park Authority den höchsten Berg Englands und Wales' außerhalb Schottlands.
  • Seit 2012 führt der Wales Coast Path einmal um die gesamte walisische Küste - nach mehreren Quellen die erste durchgehende Wanderroute entlang der kompletten Küstenlinie eines ganzen Landes weltweit.
  • Der Bannau-Brycheiniog-Nationalpark (früher Brecon Beacons) ist seit 2013 International Dark Sky Reserve und bekannt für Wasserfälle wie die Henrhyd Falls.
  • Die Burgen von Caernarfon, Conwy, Harlech und Beaumaris zählen seit 1986 zum UNESCO-Welterbe und gelten als besterhaltene spätmittelalterliche Militärarchitektur Europas.

Beste Reisezeit

Die Saison läuft im Kern von Ostern bis in den Oktober; ganzjährig geöffnete Plätze sind eher die Ausnahme als die Regel. Am dichtesten gebucht sind die Sommerferienwochen im Juli und August, vor allem an der Küste in Pembrokeshire und rund um Anglesey und die Llŷn-Halbinsel. Juni und September laufen fast überall noch gut, sind aber ruhiger - für Bergtouren in Eryri oder Bannau Brycheiniog oft die angenehmere Zeit. Wie im ganzen Vereinigten Königreich gehört wechselhaftes, feuchtes Wetter zur Planung, in den Bergen ändert es sich schneller als an der Küste.

Camping vor Ort

Im Nordwesten, rund um Eryri, Anglesey (Ynys Môn) und die Llŷn-Halbinsel, liegen die Plätze zwischen Bergen und einer stark gegliederten Küste - ideal für Wanderer, die tagsüber in die Berge und abends ans Wasser wollen; hier ist der walisische Sprachalltag auch am stärksten zu spüren. Die Pembrokeshire-Küste im Südwesten ist reines Küstencamping mit Steilklippen, Buchten und dem Küstenpfad direkt vor der Tür - nirgendwo im Park ist man weiter als rund 16 Kilometer vom Meer entfernt. Dazwischen liegt mit der Cardigan-Bay-Küste in Mid Wales ein ruhigerer Küstenabschnitt. Im Süden gruppieren sich Plätze um den Bannau-Brycheiniog-Nationalpark mit seinem Wasserfallland und dunklen Nachthimmel; dazu kommen das Wye Valley an der Grenze zu England und die Gower-Halbinsel bei Swansea - 1956 als erstes Gebiet Großbritanniens überhaupt zur Area of Outstanding Natural Beauty erklärt. Insgesamt ist die Auswahl in Wales groß, mit klaren Schwerpunkten an der Nordwestküste und in Pembrokeshire.

Anreise & Planung

Zentraler Anreisefakt ist der Linksverkehr - er gilt ab der ersten Meile, und die Scheinwerfer müssen dafür umgestellt oder abgeklebt werden. Tempolimits stehen in mph und liegen für schwere Wohnmobile niedriger als für Pkw. Die Promillegrenze unterscheidet sich nach Landesteil: 0,8 in England und Wales, 0,5 in Schottland. Eine allgemeine Maut oder Vignette gibt es nicht, nur einzelne Strecken kosten - etwa die Mautautobahn M6 Toll bei Birmingham und die Dartford Crossing bei London, die elektronisch bezahlt wird. London ist für Camper doppelt gebührenpflichtig (Congestion Charge plus ULEZ-Umweltzone, Wohnmobile eingeschlossen). Auf die Insel kommt man nur per Fähre oder durch den Eurotunnel. Die kürzesten Wege sind Calais-Dover in rund 90 Minuten und der Shuttlezug unter dem Kanal in etwa 35 Minuten. Wer nach Schottland will, spart mit den Fähren ab den Niederlanden die lange Fahrt quer durch England. In Wales gilt seit dem 17. September 2023 zusätzlich ein neues Tempolimit: In bebauten Gebieten mit Straßenlaternen liegt die Regelgeschwindigkeit bei 20 mph statt der sonst in Großbritannien üblichen 30 mph - Wales war damit der erste Landesteil des Vereinigten Königreichs mit einer solchen flächendeckenden Regel. Dazu kommen die schmalen, kurvigen Straßen durchs Kambrische Gebirge und durch die Nationalparks, die mit einem großen Wohnmobil eine reale Planungsgröße sind, nicht nur an den bekannten Passstraßen in Eryri (Snowdonia).

Regeln & gut zu wissen

Freies Übernachten wird im Vereinigten Königreich oft falsch verstanden. In England und Wales ist Wildcampen ohne Erlaubnis des Grundeigentümers verboten - die einzige Ausnahme ist leichtes Zelten auf Dartmoor (kleines Zelt, ein bis zwei Nächte, kein Fahrzeug). In Schottland erlaubt der Scottish Outdoor Access Code zwar leichtes Wildzelten für wenige Nächte, aber ausdrücklich nur zu Fuß: Wohnmobile, Campervans und das Schlafen im Auto sind davon nicht gedeckt - der wichtigste und am häufigsten missverstandene Punkt. Am Loch Lomond gelten von März bis September zusätzlich Permit-Zonen. Wer mit dem Fahrzeug übernachtet, ist überall im Land auf ausgewiesene Plätze angewiesen.

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FAQ

Häufige Fragen zu Camping in Wales

Was hat es mit den neuen walisischen Namen wie Eryri oder Yr Wyddfa auf sich?

Seit 2023 verwenden mehrere walisische Nationalparks offiziell wieder ihre walisischen Namen: Snowdonia heißt jetzt Eryri, der Berg Snowdon offiziell Yr Wyddfa, der Brecon-Beacons-Nationalpark Bannau Brycheiniog. Die englischen Namen sind weiterhin gebräuchlich und werden vielerorts parallel genannt.

Kann ich in Wales Berge und Küste in einem Urlaub kombinieren, ohne lange zu fahren?

Ja, das ist ein typischer Vorteil von Wales: Anders als in Schottland liegen Gebirge und Meer selten weit auseinander. Von Eryri im Nordwesten sind die Küsten von Anglesey und der Llŷn-Halbinsel in kurzer Fahrzeit erreichbar, im Süden liegen Bannau Brycheiniog, Gower und die Pembrokeshire-Küste ähnlich nah beieinander.

Gilt in walisischen Dörfern dasselbe Tempolimit wie in England?

Nicht ganz: Wales hat 2023 als erster Landesteil des Vereinigten Königreichs ein generelles Tempolimit von 20 mph in bebauten Gebieten mit Straßenlaternen eingeführt, statt der sonst üblichen 30 mph. Das betrifft einen erheblichen Teil des Straßennetzes und ist beim Durchqueren von Ortschaften mit dem Wohnmobil relevant.